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Isolde Charim erhält Staatspreis für Kulturpublizistik

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Die Philosophin Isolde Charim erhält den biennal vergebenen Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik. Der Outstanding Artist Award für Literatur geht heuer an Florian Neuner. Der Österreichische Kunstpreis für Literatur wird Thomas Stangl zuerkannt. In der Sparte Kinder- und Jugendliteratur erhalten Julie Völk den Outstanding Artist Award und Willy Puchner den Österreichischen Kunstpreis. Diese Juryentscheidungen wurden am Dienstag bekanntgegeben.

„Als Kulturpublizistin ist die Philosophin Isolde Charim eine präzise Beobachterin und Analytikerin der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrem Heimatland Österreich und darüber hinaus. Isolde Charim sucht nicht nach leicht erklärbaren Symptomen gesellschaftlicher und kultureller Phänomene wie Identitätspolitik, Populismus und religiösem Fundamentalismus, sondern nach deren schwer zu erkennenden Ursachen“, begründete die Jury ihre Entscheidung und hob besonders ihr Buch „Ich und die Anderen“ (2018) hervor: „Charim beschreibt darin mit großem Engagement und in wohltuend unprätentiöser Sprache den ihrer Meinung nach zentralen politischen Schauplatz der Gegenwart, den Kampf gegen die pluralistische Gesellschaft.“

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Der Staatspreis für Kulturpublizistik ist ebenso wie der Outstanding Artist Award für Literatur mit 10.000 Euro dotiert. Letzterer wird jährlich an eine Autorin/einen Autor der jüngeren oder mittleren Generation vergeben, die/der bereits wichtige literarische Veröffentlichungen vorweisen kann. 2022 geht er an Florian Neuner, dessen Schreiben für die Jury „in den Traditionen des Experiments“ steht. „Florian Neuners Werk ist - im schönsten Sinn des Wortes - ein weites Feld jenseits narrativer Klischees.“ Von Neuner erschienen bisher u.a. „Und käme schwarzer Sturm gerauscht“ (2001), „Zitat Ende“ (2007), „Ramsch“ (2019) und „Rost“ (2021).

Thomas Stangl wird der mit 15.000 Euro dotierte Österreichische Kunstpreis für Literatur zuerkannt. Dieser wird für ein literarisches Gesamtwerk vergeben. „In eine Zeit, in der selbstgewiss verlautbarte Standpunkte aufeinanderprallen, stellt Thomas Stangl seit seinem Debüt ‚Der einzige Ort‘ (2004) seine Literatur, in der die Möglichkeiten der Sprache ausgelotet werden, mit der sich ‚Wirklichkeit‘ erst erkunden lässt“, so die Jury. „Mit seinen Romanen, Erzählungen und Essays legt Stangl ein poetisches Netz über die Wirklichkeit und bereist und befragt diese damit.“ Der 56-jährige Wiener wurde für sein Werk bereits vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Alpha-Literaturpreis 2010, dem Erich-Fried-Preis 2011, dem Schillerpreis 2019 und dem Cotta-Literaturpreis 2020.

In der Sparte Kinder- und Jugendliteratur werden die 1985 in Wien geborene Illustratorin Julie Völk mit dem Outstanding Artist Award (10.000 Euro) und der 70-jährige niederösterreichische Fotograf, Künstler, Zeichner und Autor Willy Puchner mit dem Österreichischen Kunstpreis (15.000 Euro) ausgezeichnet. „Beim Betrachten von Julie Völks Bildern verliert man sich in der Zeit, indem man sich in Räumen zurechtfindet, Farbstimmungen nachspürt und mit ihren Figuren gemeinsam deren Lebenswege nachzeichnet. Julie Völk verwendet verschiedenste Illustrationstechniken von Cyanotypie bis Pastellkreidezeichnung. Dabei ist ihr zarter Stil immer unverwechselbar wiederzuerkennen“, heißt es in der Jurybegründung. Mit Puchner werde ein Künstler geehrt, „der mutig und in unverwechselbarer Handschrift vom Bereisen und Sammeln von Welten erzählt und zum Gestalten einlädt. Willy Puchner beweist, dass Bilderbücher Kunstwerke sein können und dass sich Kinderbücher nicht an ein Alter, sondern an das Kind im Menschen richten.“


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