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Wahl in Ungarn: Bereits 4,8 Millionen Stimmen abgegeben

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Die Beteiligung an den ungarischen Parlamentswahlen am Sonntag ist um 17.00 Uhr laut Nationalem Wahlbüro (NVI) bei 62,92 Prozent gelegen, das sind rund 4,8 Mio. Stimmbürger. Dieser Wert liegt nur knapp hinter der Rekordbeteiligung von 2018 zu diesem Zeitpunkt, 63,21 Prozent. Letzte Umfragen sahen die Regierungspartei Fidesz von Premier Viktor Orbán vor dem Oppositionsbündnis mit Spitzenkandidat Péter Márki-Zay in Führung.

Laut Medienberichten gibt es auch im Ausland ein großes Interesse bei dort lebenden und arbeitenden ungarischen Bürgern sowie lange Schlangen vor ungarischen Auslandsvertretungen. In 97 Ländern kann in 145 Vertretungen abgestimmt werden.

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Meinungsforschungsinstitute hatten im Vorfeld der Wahl zwischen Fidesz und der Oppositionsallianz Stimmenunterschiede von zwei bis 13 Prozent zugunsten der Regierungspartei prophezeit: Politico 50:44 %, Median 49:43 %, Nézöpont 50:43 %, Reál PR 54:41 %. Dabei wurde Fidesz das Erreichen von 110 bis 120 der insgesamt 199 Mandate vorausgesagt, womit die Partei erstmals seit 2010 die Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlen würde.

Gleichzeitig mit den Parlamentswahlen findet eine Volksabstimmung über das umstrittene „Anti-Pädophilie-Gesetz“ statt, das auch internationale massive Kritik fand. Das Gesetz umfasst auch strenge Verbote der Darstellung von Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit in Bildungseinrichtungen und jugendfreien Medieninhalten. Bis 17.00 Uhr nahmen nach Angaben der Wahlbehörde 62,23 Prozent der Wähler an dem Referendum teil. Es blieb vor Auszählung der Stimmen freilich unklar, wie viele davon gültig waren. Oppositionelle und Regierungskritiker hatten dazu aufgerufen, die vier Referendumsfragen nicht bzw. in ungültiger Weise zu beantworten.

Das ungarische Wahlsystem ist eine Mischform von Listen- und Persönlichkeitswahl, wobei 106 der 199 Parlamentssitze in den Wahlkreisen vergeben werden. Das offizielle Wahlergebnis der Einzelwahlkreise soll spätestens am 9. April vorliegen, das offizielle Landesergebnis spätestens am 22. April, wobei das neue Parlament bis zum 3. Mai konstituiert werden muss.


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