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Junuzovic sorgt für Fortsetzung von Rapids Salzburg-Trauma

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Acht Niederlagen in Folge in Salzburg, zudem zehn in den jüngsten elf sieglosen direkten Duellen: Für Rapid hat es gegen den klaren Fußball-Bundesliga-Tabellenführer am Sonntag einmal mehr kein Erfolgserlebnis gegeben. Ausgerechnet der ab Sommer ausgemusterte Zlatko Junuzovic verhinderte mit dem 2:1 in der 94. Minute einen Punktgewinn der Wiener. Während für die das Ziel Vizemeister in weitere Ferne rückte, sind die „Bullen“ auf dem Titelweg weiter souverän unterwegs.

Das hat auch mit den starken Finisher-Qualitäten des Serien-Double-Champions zu tun, konnten doch in den 25 Saisonspielen 26 Tore nach der 75. Minute erzielt werden. „Es sind ganz viele Faktoren, die da eine Rolle spielen. Die Beharrlichkeit, die wir an den Tag legen, ist auch ein Schlüsselfaktor für die späten Tore. Die Mannschaft gibt nie auf, bleibt ihren Prinzipien treu und irgendwann bricht dann der Gegner. Das sieht man in anderen Topligen auch“, erläuterte Salzburg-Trainer Matthias Jaissle.

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Für die Spieler ist das Phänomen genauso nachvollziehbar. „Wir wissen, dass wir bis zum Schluss enorme Power haben, wir glauben immer an uns“, betonte Noah Okafor. Und Luka Sucic ergänzte: „Das zeichnet unsere Qualität aus - der ganze Kader, nicht nur die Startelf. Wenn frische Leute von der Bank kommen, machen sie genau dort weiter, wo die anderen aufhören.“

Bestes Beispiel dafür war Junuzovic, der in der 85. Minute aufs Feld kam, um wenig später die Partie zu entscheiden. „Unglaublich, solche Geschichten schreibt nur der Fußball“, sagte der 34-Jährige. Erstmals seit 9. Mai 2021 wieder zu treffen, sei ein „phänomenales“ Gefühl gewesen. „Ich wusste im ersten Moment nicht, wie ich jubeln soll. Ich wollte das Trikot ausziehen, das war zu eng. In dem Moment war das alles ein bisschen zu viel für mich“, sagte der Mittelfeldspieler. Jaissle freute sich mit ihm: „Es ist geil. Er kommt rein und macht die Bude. Wir haben die drei Punkte, was Schöneres kann es nicht geben.“

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Erst vor der Länderspielpause war bekannt geworden, dass Junuzovic im Sommer keinen neuen Vertrag erhält. Ein Umdenken beim Club gibt es nicht. Ein Karriereende ist für den Ex-ÖFB-Teamspieler kein Thema, die Zukunft offen. „Ich fühle mich noch sehr gut und jung, nehme mir daher vor, noch ein wenig zu spielen“, so Junuzovic. Bei der Entscheidung werde hauptsächlich eine Rolle spielen, „was für mich und meine Familie das Richtige ist.“ Eine Option könnte eine Rückkehr zur Wiener Austria sein, ist doch dort mit Manuel Ortlechner ein guter Freund als Sportdirektor tätig. Junuzovic ließ sich aber nicht in die Karten blicken.

Sein voller Fokus liegt ohnehin jetzt darauf, „noch die zwei Titel“ einzufahren. Angesichts von zwölf Punkten Vorsprung auf Verfolger Sturm Graz ist in der Liga schon mehr als die halbe Miete herinnen. „Wir werden die restlichen sieben Spiele hochkonzentriert angehen“, versicherte Jaissle nach seinem 20. Ligasieg.

Gegen Rapid hatte man auch schon im ersten Saisonduell in Wals-Siezenheim (2:0) dank Karim Adeyemi (79.) und Brenden Aaronson (94.) und auch beim 2:1 in Wien, wo Aaronson (64.) und Okafor (77.) die Wende herbeiführten, spät getroffen. „Es ist auf Dauer kein Zufall, dass sie die Spiele so spät gewinnen. Sie können unglaubliche Qualität, Spieler nicht nur von nationaler, sondern auch internationaler Klasse, nachwechseln. Kein Wunder, dass sich das auswirkt“, sagte Rapid-Coach Ferdinand Feldhofer. Aufgrund des späten Gegentreffers schmerze diese Niederlage „noch mehr“ als die anderen.

Noch dazu, da dieser vermeidbar war. „Es ist sehr bitter, weil diesen Ball muss man einfach klären“, wusste Feldhofer. Laut ihm war sein Team in den ersten 45 Minuten „nicht gut drinnen“ in der Partie. Nach einer taktischen Umstellung samt der Hereinnahme von Christoph Knasmüllner zur Pause wurden die Gäste mutiger und ließen auch hinten nicht mehr so viele Topchancen zu. „Mit der zweiten Halbzeit bin ich sehr zufrieden, das war ein guter Entwicklungssachritt.“

Darüber freuen konnte sich Rapids Trainer nach Schlusspfiff aber noch nicht. „Bis jetzt fühle ich nur Enttäuschung. Aber ab Dienstag richten wir wieder den Blick nach vorne, da gibt es sehr viel Positives aus diesem Spiel mitzunehmen“, so Feldhofer. Die nächste Chance, Salzburg endlich wieder einmal in die Knie zu zwingen, bietet sich am 15. Mai in Hütteldorf, zu dem Zeitpunkt dürften die Salzburger wohl schon längst als neuerlicher Meister feststehen. „Sie sind uns aktuell einfach weit überlegen, wir werden es aber trotzdem immer wieder probieren. Irgendwann endet jede Serie“, meinte Feldhofer.


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