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Selenskyj kritisiert Merkel erneut für Russland-Politik

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der früheren deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut vorgeworfen, einen Beitritt der Ukraine zur NATO verhindert zu haben. Bei den Entscheidungen auf dem NATO-Gipfel 2008 in Bukarest hätten Merkel und der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy sich von Russland beeinflussen lassen. Das sagte Selenskyj am Montag in Butscha, einem Vorort von Kiew, nach Angaben seines Präsidialamts.

Dort waren nach dem Abzug russischer Truppen Hunderte Zivilisten ermordet aufgefunden worden. Am Vortag hatte Selenskyj Merkel zu einem Besuch in Butscha aufgefordert, um sich das Unheil mit eigenen Augen anzusehen. Merkel hatte daraufhin über eine Sprecherin ausrichten lassen, dass sie zu ihren Entscheidungen im Zusammenhang mit dem NATO-Gipfel 2008 stehe, und zugleich betont, dass sie Bemühungen unterstütze, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu beenden.

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„Ich denke, sie hat mein Signal sehr gut verstanden“, sagte Selenskyj nun. Bei dem Gipfel in Bukarest hätten viele NATO-Mitglieder die Ukraine als mögliches neues Mitglied gesehen. Andere Staats- und Regierungschefs - „und ich glaube, dass Angela zu diesen Führern gehörte“ - seien dagegen gewesen, so Selenskyj. Damit habe sie in Russland das Gefühl bestärkt, Einfluss auf die Europäische Union nehmen zu können.

Die NATO beschloss damals, der Ukraine - wie auch Georgien - generell eine Mitgliedschaft anzubieten, aber keinen Beitrittsprozess einzuleiten.


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