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Auto kracht in Tor von russischer Botschaft in Bukarest

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In der rumänischen Hauptstadt Bukarest ist ein Auto in das Tor der russischen Botschaft gekracht. Dabei sei der Fahrer ums Leben gekommen, teilt die Polizei am Mittwoch mit. Der Mann sei absichtlich mit seinem Auto gegen den Zaun gefahren. Anschließend zündete sich der Fahrer, noch am Steuer sitzend, an und erlag seinen Verbrennungen. Das teilte der mit den Ermittlungen befasste Staatsanwalt Bogdan Staicu rumänischen Medien mit.

Ein Video, das vor dem Eintreffen der Feuerwehr aufgenommen wurde, zeigt, wie die Front des Autos in Flammen steht, während es in dem Tor verkeilt ist.

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Das Außenministerium in Bukarest betonte, dass jede Einordnung dieses „tragischen Vorfalls“ derzeit „voreilig und unangebracht“ sei. Es rief die russische Botschaft zur Zurückhaltung auf. Russlands Botschafter Waleri Kusmin hatte den Vorfall als terroristischen Angriff als Folge einer „antirussischen Hysterie“ bezeichnet.

Staatsanwalt Staicu sagte, es stimme „mit hoher Wahrscheinlichkeit“, dass es sich bei dem Täter um einen Mann handle, der laut vorherigen rumänischen Medienberichten erhebliche Probleme mit der Justiz gehabt habe. Gewissheit dazu könne es aber erst nach einer Autopsie der verkohlten Leiche geben - sowie nach einem Verhör des Wachpersonals der Botschaft, mit dem der Täter gesprochen habe, kurz bevor er sich im Auto in Brand setzte.

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Rumäniens Medien hatten unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen aus Ermittlerkreisen berichtet, dass der Täter am Dienstag in erster Instanz wegen Kinderschändung zu 15 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden sei. Er soll seine minderjährige Tochter sexuell missbraucht haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Allerdings hatte dieser Mann zwei Tage vorher auf Facebook eine Botschaft zur Unterstützung der Ukraine gepostet.

Der russische Botschafter Kusmin sagte dem Staatssender Rossija-24, es handle sich um einen terroristischen Angriff. Die Umstände seien allerdings noch unklar. Die Atmosphäre sei angespannt. Kusmin sagte, die Botschaft habe wiederholt E-Mails erhalten, in denen mit „Sprengung“ oder „Vergeltung“ gedroht worden sei. Beweise legte er zunächst nicht vor. Es gebe keinen Zweifel daran, dass der Vorfall „unter dem Einfluss einer Explosion antirussischer Hysterie im Zusammenhang mit einer inszenierten Provokation in der Stadt Butscha“ geschehen sei, hieß es in einer Mitteilung der russischen Botschaft.

Rumäniens Außenministerium betonte, dass man infolge der russischen Invasion in die Ukraine vorsichtshalber zwei Mal das Wachpersonal an der russischen Botschaft in Bukarest verstärkt habe: Zunächst am 24. Februar und danach am 5. März dieses Jahres. Am Dienstag hatte Rumänien zehn russische Diplomaten ausgewiesen, das Massaker in Butscha scharf verurteilt und Russland dafür verantwortlich gemacht.

In den vergangenen Wochen war es in mehreren europäischen Ländern vor russischen Botschaften zu Protesten gegen den Krieg in der Ukraine gekommen. Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar sind bisher rund 625.000 Ukrainer nach Rumänien geflüchtet, etwa 80.000 von ihnen befinden sich noch im Land.


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