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Schallenberg bei Ukraine-Lesung: „Nicht alle können fliehen“

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Am Mittwochabend wurde im Oratorium der Österreichischen Nationalbibliothek der soeben im Wieser Verlag in deutscher Übersetzung erschienene Gedichtband „Ich bin all das, was lieb und wert mir ist“ der 92-jährigen ukrainischen Nationaldichterin Lina Kostenko vorgestellt. Dabei lasen die in Wien lebende ukrainische Opernsängerin Zoryana Kushpler und der Slawist und Übersetzer Alois Woldan. Unter den Gästen war auch Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP).

„Der Wunsch nach Freiheit und Eigenständigkeit der Menschen in der Ukraine und die Bereitschaft, dafür auch mit dem eigenen Leben einzustehen, ringt uns allen höchsten Respekt ab. Lina Kostenko steht wie kaum eine andere für dieses Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit“, betonte dabei Schallenberg laut einer Aussendung. „Die Ukraine ist ein europäisches Land, die Ukrainerinnen und Ukrainer sind unsere Nachbarn und es ist daher eine Selbstverständlichkeit, dass wir alles tun, um das Leid der Vertriebenen zu mildern. Dabei dürfen wir eines nicht vergessen: Nicht alle können fliehen - und Lina Kostenko, die wir heute ehren, ist eine davon.“

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Lina Kostenko lebt in Kiew und veröffentlichte seit den 1950er-Jahren mehr als 20 Bände Lyrik, Versromane und Essays. In den 1960ern und 70ern mit Publikationsverbot belegt, erschienen ihre Gedichte in dieser Zeit im Untergrund. Sie gelte in der Ukraine „als moralische Instanz, die zur selbstkritischen Reflexion und Selbsterkenntnis aufruft, um die durch jahrhundertelange Kolonialisierung geschwächten Kräfte der ukrainischen Nation zu regenerieren“, hieß es. Bei der Buchpräsentation verlas der ukrainische Botschafter in Wien, Vasyl Khymynets, in seiner Rede Grußworte von Olena Selenka, der Gattin des ukrainischen Präsidenten.

(S E R V I C E - Lina Kostenko: „Ich bin all das, was lieb und wert mir ist“, Aus dem Ukrainischen übersetzt von Alois Woldan, Wieser Verlag, 90 Seiten, 18,90 Euro, ISBN: 978-3-99029-496-3)


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