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Konsumenten achten auf Eier-Kennzeichnung

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Vor Ostern hat Vier Pfoten eine Online-Umfrage zum Eier-Konsum in Österreich beim Linzer Institut Market in Auftrag gegeben. Überraschend ist für die Tierschutzorganisation vor allem, dass Tierwohl von 52 Prozent der Befragten als „sehr wichtiges“, für 27 Prozent als „wichtiges“ Kriterium für die Kaufentscheidung von tierischen Produkten genannt wurde, erst dahinter landen Herkunft, Preis und Marke. Und punkto Eier achten zwei von drei Konsumenten auf die Kennzeichnung.

Seit 2004 gilt in der Europäischen Union eine verpflichtende Kennzeichnung für Frischeier, es müssen Haltungsform der Hennen, Herkunftsland und -Betrieb vollständig angegeben werden. Auf die Frage, wie sehr sie auf die Frischei-Kennzeichnung achten, gaben insgesamt 67 Prozent an, „auf jeden Fall“ (45 Prozent) oder „eher doch“ (22 Prozent) darauf zu achten. Und schließlich waren 79 Prozent -“auf jeden Fall“ (48 Prozent) bzw. „eher doch“ (31 Prozent) - für eine Kennzeichnung tierischer Bestandteile in verarbeiteten Produkten.

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„Die Umfrage zeigt deutlich, dass Kennzeichnung wirkt! Es ist ein ganz klarer Auftrag an die Politik, hier endlich Nägel mit Köpfen zu machen und eine verpflichtende Kennzeichnung einzuführen - und zwar auch in der Gastronomie“, sagt Vier-Pfoten-Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck. Sehr erfreulich ist für die NGO die Tatsache, dass Tierwohl das wichtigste Kriterium der Bevölkerung beim Kauf tierischer Produkte ist. „Bei dieser Frage wurden auch die Kriterien Herkunft, Natürlichkeit der Erzeugnisse, Preis und Marke von den Befragten eingeordnet. Dass Tierwohl für sie sogar noch wichtiger als Herkunft und Preis ist, finden wir großartig. Es beweist uns, dass Tierschutz kein Nischenthema mehr ist und dass die Österreicher:innen kein Tierleid auf ihrem Teller akzeptieren wollen“; resümiert Weissenböck.

Bisher hat sich vor allem die Gastronomie gegen eine verpflichtende Kennzeichnung der verarbeiteten Nahrungsmittel gewehrt. „Das ist eine völlig überholte Blockadehaltung, die sich mit den Bedürfnissen der Bevölkerung überhaupt nicht deckt. Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, was sie essen. Das Argument, es wäre ein unzumutbarer Aufwand für die Branche, ist lächerlich. Leider schafft es die Gastronomie nach wie vor, ihre Interessen bei der zuständigen Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) durchzusetzen. Damit aber handelt die Frau Ministerin nicht nur gegen den Wunsch der österreichische Landwirtschaft, für deren Anliegen sie ebenfalls zuständig ist. Sie widersetzt sich auch einem großen Teil der Konsument:innen in Österreich“, kritisiert die Kampagnenleiterin

1.000 Österreicherinnen und Österreicher ab 16 Jahren wurden durch das Marktforschungsinstitut befragt, repräsentativ für Alter, Geschlecht, Bildung und Region. Befragungszeitraum war von 7. bis 9. März 2022.


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