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Thielemann begeisterte bei Osterfestspielen Salzburg

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Das Orchesterkonzert von Christian Thielemann bei den Osterfestspielen Salzburg am Montagabend war eine Begegnung zweier Werke, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Béla Bartóks Konzert für Viola - ein Werk, dass der Komponist nur in Skizzen hinterlassen hatte - und die „Alpensinfonie“ von Richard Strauss, die alleine von der Sächsischen Staatskapelle Dresden schon unzählige Male aufgeführt wurde. Doch Gegensätze ziehen sich bekanntlich an.

Dass Bartóks Werk heute überhaupt noch aufgeführt werden kann, ist in erster Linie seinen Nachfahren zu verdanken, die die nach dem Tod des Komponisten hinterlassenen Skizzen wie ein Puzzle zu einer Orchesterpartitur zusammensetzten, die heute trotzdem nicht all zu oft zu hören ist. Im Großen Festspielhaus begann Bratschist Antoine Tamestit, die ersten Teile mit einem ausgedehnten Solo zu setzen. Dunkel und mit geradezu elektrischer Spannung bildete er einen voluminösen Rahmen, den die Sächsische Staatskapelle nach und nach mit vielen Farben ausfüllte. Das Ergebnis war weder Dur noch Moll eindeutig zuordenbar, folgte seinen eigenen Regeln und faszinierte genau durch diesen nicht greifbaren Zustand. Da war sogar Meister Thielemann beim großen Applaus des Publikums ganz von den Socken.

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Nach der Pause dann ein wahrer Klassiker der Sächsischen Staatskapelle Dresden: Strauss‘ „Alpensinfonie“, ein Home-Run für die Sachsen, nicht nur, weil sie der Dresdner Hofkapelle, der heutigen Staatskapelle, einst gewidmet wurde. Und Christian Thielemann ließ auch am Montag das Orchester in seiner baren Klangschönheit über das Publikum schwappen. In der „Nacht“, dem Anfangs- und Endsatz der „Alpensinfonie“, kamen mit den wabernden und pastelligen Eingangsklängen tatsächlich ein paar Erinnerungen an den „Lohengrin“ am Samstag hoch. Der folgende Aufstieg auf den Berg stellte dann keine wirkliche Herausforderung für die Sachsen dar, Orchester und Dirigent kennen die Strecke dafür zu gut, konnten die Umgebung aber trotzdem noch hörbar genießen.

Wie ein Hörspiel kreierte Thielemann die Etappen als klingende Bilder von Bächen, Almen und tosenden Gewitterstürmen, durch die er sein Orchester in strammem Tempo führte. Das Publikum huldigte seinem Bergführer samt Solisten mit großem Jubel und Applaus und wollte gar nicht mehr aufhören damit. Schließlich konnten sie den geliebten Dirigenten tatsächlich noch auf die Bühne zurück klatschen. Für die nächsten Osterfestspiele wird ihnen das aber leider nicht gelingen. Thielemann macht Salzburg den Abschied aber auch nicht gerade leicht.

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