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Moskau: Über 1.000 Ukrainer ergaben sich in Mariupol

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In der seit Wochen umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol haben sich nach russischen Angaben mehr als 1.000 ukrainische Soldaten ergeben. 1.026 Soldaten der 36. Marinebrigade hätten in der Nähe des Stahlwerks „freiwillig ihre Waffen niedergelegt und sich ergeben“, erklärte das Vereidigungsministerium in Moskau am Mittwoch. Zu den Soldaten zählten 47 Frauen und 126 Offiziere. Rund 150 Soldaten seien verletzt und ins Krankenhaus von Mariupol gebracht worden.

In einer in der Nacht auf Mittwoch ausgestrahlten Reportage des russischen Fernsehsenders Rossija 24 war zuvor bereits von mehr als 1.000 ukrainischen Soldaten die Rede gewesen, die sich ergeben hätten. Gezeigt wurden Männer in Tarnuniform, die Verletzte auf Tragen transportierten sowie andere, die offenbar in einer Höhle verhört wurden. Bereits am Montag hatte die 36. Marinebrigage der ukrainischen Truppen erklärt, sie bereite sich auf die „letzte Schlacht“ vor.

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Der Beschuss der Hafenstadt ging auch in der Nacht auf Mittwoch weiter. Wie das ukrainische Militär mitteilte, griffen russische Truppen auch den Hafen der Stadt und das Stahlwerk Asowstal an. In dem weitläufigen Industriekomplex hatten sich zuletzt ukrainische Soldaten verschanzt. Auch die Großstadt Charkiw im Osten des Landes sei von russischer Artillerie beschossen worden, hieß es.

Nach Aussagen des Bürgermeisters von Mariupol, Wadym Bojtschenko, warten in seiner Stadt mehr als 100.000 Menschen darauf, dass sie die von russischen Truppen eingekesselte Hafenstadt verlassen können. Die Menschen hielten sich in Kellern und Schutzräumen auf, um dem Beschuss zu entgehen, sagte Vizebürgermeister Serhij Orlow am Dienstag den ARD-“Tagesthemen“. „Das ist kein Leben. Das ist Überleben“, sagte Orlow.

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Für Mittwoch sieht die Ukraine jedenfalls keine Möglichkeit für Fluchtkorridore aus Mariupl oder aus den belagerten Städte im Donbass im Osten. Die Besatzungstruppen hätten die Waffenruhe gebrochen, teilt die stellvertretende Ministerpräsidentin, Iryna Wereschtschuk, auf Telegram mit. Sie hätten Busse für die Evakuierung blockiert. Die ukrainische Führung arbeite daran, so schnell wie möglich wieder Fluchtkorridore zu öffnen.


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