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Tour-Auftakt: Parov Stelar elektrisierte im Konzerthaus

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Dance-DJ Parov Stelar brachte Samstagabend den Großen Saal des Wiener Konzerthauses zum Dröhnen und Beben: Das Auftaktkonzert seiner ausgedehnten Europa-Tour geriet erwartungsgemäß zum elektrisierenden Ostertanz. Der altehrwürdige Saal war im Parterre unbestuhlt, somit konnten sich die Fans zu den von einer siebenköpfigen Liveband „aufgemotzten“ Dance Beats ungehemmt austoben. Und sie taten das auch exzessiv, vornehmlich im synchronen Hüpfmodus.

„Ich sch.... mich jedesmal an, wenn ich nach Wien fahr‘“, bekannte Parov Stelar-Mastermind Marcus Füreder in sympathischer oberösterreichischer Offenheit in einer kurzen Musikpause. Diese Angst vor den grantelnden Wienern habe er von seiner Oma seinerzeit in Linz „erlernt“. Nun: Allerspätestens nach dem fulminanten Abend im Konzerthaus sollte Marcus Füreder jegliche Hauptstadt-Ängste abgelegt haben - die Wiener Fans waren sicht- und hörbar begeistert.

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Wobei ein Parov Stelar-DJ-Set so seine Eigenheiten hat: Es gibt keinerlei dramaturgischen Aufbau - vom ersten Ton an regiert „Vollgas“. Erholung wird den Fans - etwa durch eingestreute langsame Nummern - schlichtweg nicht gegönnt. Es geht eher darum, das Publikum umgehend in eine euphorische Dance Trance zu bringen - und permanent dort zu halten.

So etwas kann sich ganz schnell abnutzen - nicht aber bei Parov Stelar: Obwohl der Wiedererkennungswert seiner Musik sehr hoch ist - bösartige Menschen könnten formulieren: „Klingt eh alles gleich“ -, obwohl die Choreographie der Show offensichtlich einem millimeter- und sekundengenauen Schema folgt, und das nicht nur beim Licht und den fantastischen Background-Digital-Effekten, sondern auch bei praktisch jeder Bewegung der Bandmitglieder - das Gesamtwerk strahlt eine weit über „Maschinenmusik“ hinausgehende Aktivität und Freude aus. Wobei live sicher noch die sehr ordentliche Band als Pluspunkt dazukommt.

Wie beendet man nun aber so ein „Dance-Konzert“ mit einem vollen Saal vollaktivierter Fans? Auch hier hilft die Live-Partie: Als geplante letzte Zugabe überließ Marcus Füreder die Bühne gänzlich seinen Musikern, rührte die beiden MacBooks auf seinem DJ Tisch nicht an, und die Band spielte eingeleitet vom Ella Fitzgerald-Klassiker „Cry Me A River“ endlich auch „was Langsames“, um die Fans emotional wieder runterzuholen. Das war erstaunlich gut - hat aber nicht funktioniert: Als „Abspann“ zum Weggehen lief das tolle Video von „Fire“ aus 2015 - aber kaum jemand verließ den Saal. Also kamen Parov Stelar vollzählig noch einmal für eine allerletzte Nummer zurück auf die Bühne - was offenbar wirklich nicht eingeplant war, gab es doch keinerlei Lichteffekte mehr.

Am Ostersonntag spielt Parov Stelar noch eine Show im Konzerthaus, die allerdings bereits restlos ausverkauft ist. Dann geht es nach Griechenland, ehe es im Rahmen der Tour noch zwei weitere Chancen gibt, den Electro Swing-Meister in Österreich zu erleben: am 25. Juni bei der Kärntner Burg Hochosterwitz (HOWART.at) und am 30. Juli auf Burg Clam in OÖ. Derzeit geplantes Ende der ausgedehnten Tour ist der 11. Februar 2023 in der O2 Brixton Academy in London.


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