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Osterwochenende: Vier Tote auf Österreichs Straßen

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Von Karfreitag bis inklusive Ostermontag sind auf Österreichs Straßen vier Menschen tödlich verunglückt. Das sind gleich viele wie in den beiden Vorjahren. Laut den vom Innenministerium erhobenen Daten zum Osterwochenende gab es insgesamt 225 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, um zehn (4,7 Prozent) mehr als im Vorjahr (215 Unfälle). Dabei wurden 272 Personen verletzt, um 30 (12,4 Prozent) mehr, hieß es in einer Aussendung am Dienstag.

Zu einem besonders tragischen Verkehrsunfall kam es am Ostersonntag im Bezirk Spittal/Drau in Kärnten, bei dem zwei Fußgänger ums Leben kamen. Ein 22-jähriger Pkw-Lenker war in einer lang gezogenen Kurve mit seinem Pkw nach links von der Fahrbahn abgekommen, geriet auf den neben der Fahrbahn befindlichen Geh- und Radweg und prallte frontal gegen eine 34-jährige Fußgängerin und einen 38-jährigen Fußgänger. Ein beim Fahrzeuglenker durchgeführter Test ergab eine Alkoholisierung.

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Die Bilanz gleicht in Bezug auf die Verkehrstoten jenen der Vorjahre. Auch 2020 und 2021 starben am Osterwochenende jeweils vier Menschen. 2019 waren es acht gewesen. Am niedrigsten war der Blutzoll zuletzt 2013 mit einem Todesopfer gewesen. Einen traurigen Rekord gab es 1976, damals kamen 39 Verkehrsteilnehmer ums Leben.

In der gesamten Karwoche, einschließlich Ostermontag, verunglückten heuer zehn Menschen im Straßenverkehr tödlich: Drei Motorrad-Lenker, je zwei Pkw-Lenker, Fahrrad-Lenker und Fußgänger sowie ein Moped-Lenker. Vier Verkehrstote wurden dabei in Oberösterreich, je zwei in Niederösterreich und in Kärnten sowie je einer in Tirol und der Steiermark beklagt.

Bei den neun tödlichen Verkehrsunfällen waren die vermutlichen Hauptunfallursachen in vier Fällen Unachtsamkeit/Ablenkung, in je zwei Fällen mangelnder Sicherheitsabstand und Missachtung von Ge- und Verboten sowie eine nicht angepasste Geschwindigkeit. Vier der neun tödlichen Unfälle waren Alleinunfälle.

Das Verkehrsaufkommen am Osterwochenende sei nach zwei Jahren corona-bedingten Beschränkungen wieder angestiegen, hieß es. Demnach kam es laut Innenministerium „zu zahlreichen Staubildungen auf Transitrouten und Hauptverkehrsstrecken sowie in neuralgischen Baustellenbereichen“. Es habe auch verstärkte Polizeikontrollen gegeben.

Das schlug sich auf die Statistik der erwischten Autofahrer nieder: Es wurden 51.886 Kraftfahrzeuglenker wegen Überschreitung der höchstzulässigen Geschwindigkeit beanstandet (2021: 29.173) - sprich: Sie waren zu schnell unterwegs. Das ist ein Anstieg um gleich 77,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Gegen 317 Fahrzeuglenker wurde wegen Trunkenheit am Steuer Anzeige erstattet (2021: 202). Das ist eine Zunahme um 56,9 Prozent. Außerdem mussten von der Polizei 66 Drogenlenker aus dem Verkehr gezogen werden, um drei Lenker (4,8 Prozent) mehr als im Vorjahr. 194 Lenkern (plus 19 Prozent) wurde am Osterwochenende der Führerschein bzw. der Mopedausweis vorläufig abgenommen (2021: 163).

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) wurde einer Aussendung zur Verkehrsbilanz wie folgt zitiert: „Die Verkehrsüberwachung kennt keine Pause. Die Polizistinnen und Polizisten sind in der Karwoche und zu Ostern schwerpunktmäßig gegen Drängler und Raser eingeschritten und haben mit ihrer starken Präsenz einmal mehr für sichere Straßen in Österreich gesorgt.“

Seit Jahresbeginn gab es im österreichischen Straßennetz laut vorläufigen Zahlen 99 Verkehrstote. Im Vergleichszeitraum 2021 waren es 62, im Jahr 2020 86 und 2019 90.

Die auf Mobilität und Transport spezialisierte Organisation VCÖ warnte dazu in einer Aussendung: „Österreich droht erneut, sein Verkehrssicherheitsziel (weniger als 312 Tote, Anm.) massiv zu verfehlen.“ Es seien verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen notwendig.

Als Beispiel verwies der Verkehrsclub Österreich auf die mit Österreich gut vergleichbare Schweiz. Dort gibt es unter anderem niedrigere Tempolimits als Österreich: Auf Freilandstraßen gilt Tempo 80 statt 100, auf Autobahnen Tempo 120, im Ortsgebiet gibt es viel Verkehrsberuhigung. Für den VCÖ bestätigten die Zahlen den Erfolg der Maßnahmen: Im Vorjahr kamen in der Schweiz 200 Menschen ums Leben, in Österreich waren es mit 359 um fast 80 Prozent mehr.


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