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USA: Russische Großoffensive in Ost-Ukraine steht noch aus

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Das US-Verteidigungsministerium sieht die jüngsten russischen Angriffe im Osten der Ukraine nur als Vorzeichen einer größeren Offensive Russlands. „Wir gehen davon aus, dass diese Angriffe das Vorspiel zu größeren Offensivaktionen sind, die die Russen planen“, so ein hochrangiger Beamter des Pentagons am Dienstag in Washington. Er betonte, man widerspreche damit nicht den Darstellungen, dass der erwartete Großangriff der russischen Truppen im Osten des Landes begonnen habe.

Es gehe nur darum, zu unterstreichen, dass die aktuellen Angriffe erst der Auftakt seien. Auch wenn es südwestlich von Donezk und südlich von Isjum bereits verstärkte Kämpfe am Boden gebe, sei Russland noch dabei, seine logistischen Kapazitäten auszubauen und auch Einheiten von außerhalb der Ukraine ins Land zu holen. In den vergangenen 24 Stunden habe Russland zwei weitere taktischen Bataillone in die Ukraine gebracht - damit seien inzwischen 78 dieser Einheiten im Land. Er nannte keine genaue Zahl mit Blick auf die einzelnen Einheiten, aber solche Bataillone bestehen typischerweise aus etwa 600 bis 1.000 Soldaten.

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Der Beamte sagte weiter, nach US-Einschätzung liege die Kampfkraft des russischen Militärs - mit Blick auf Truppen und Ausrüstung - inzwischen bei etwa 75 Prozent dessen, was Moskau zu Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine zur Verfügung hatte.

Nach ukrainischen Angaben läuft die zuvor erwartete Offensive der Russen seit Montag. Präsident Wolodymr Selenskyj hatte am Montagabend in einer Videobotschaft gesagt: „Wir können jetzt feststellen, dass die russischen Truppen die Schlacht um den Donbass begonnen haben, auf die sie sich seit langem vorbereitet haben.“ Russland vermied den Begriff Offensive. Außenminister Sergej Lawrow bestätigte aber, dass die nächste Phase der „Spezial-Operation“ begonnen habe.

In der Nacht auf Dienstag flog die russische Armee im Osten des Nachbarlandes Dutzende Luftangriffe. „Hochpräzise luftgestützte Raketen“ hätten 13 ukrainische Stellungen in Teilen des Donbass getroffen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Bei weiteren Luftangriffen seien „60 militärische Einrichtungen“ getroffen worden, darunter auch welche in Städten nahe der östlichen Frontlinie. Insgesamt seien in der Nacht 1.260 militärische Ziele durch Raketen und Artillerie getroffen worden.

„Wir setzen unseren Plan zur Befreiung der Volksrepubliken Donezk und Luhansk schrittweise um“, sagte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu mit Blick auf die Separatisten-Gebiete, die Moskau als unabhängige Staaten anerkannt hat. Das Ministerium forderte alle ukrainischen Soldaten auf, „unverzüglich die Waffen niederzulegen“.

In Donezk rückten die Russen „in Richtung Marijnka, Otscheretyne und Awdijiwka“ vor, erklärte Gouverneur Pawlo Kyrylenko auf Telegram. „Die Lage an der Front ist schwierig, aber unter Kontrolle.“

Auch der Gouverneur von Luhansk, Serhij Gajdaj, erklärte, die ukrainischen Streitkräfte hielten weiterhin die Stellung. „Wir haben Stellungskämpfe in den Städten Rubischne und Popasna. Der Feind kann dort jedoch nichts ausrichten.“

Russland verstärkte zuletzt auch wieder seine Angriffe im Westen des Landes. Bei Raketenangriffen auf Lwiw wurden nach ukrainischen Angaben mindestens sieben Menschen getötet. In Charkiw starben nach Angaben des Regionalgouverneurs Oleg Synegubow drei Menschen durch russischen Beschuss. 21 weitere Menschen wurden verletzt.

UNO-Generalsekretär António Guterres verurteilte die russische Großoffensive in der Ostukraine und forderte eine viertägige Waffenruhe anlässlich des orthodoxen Osterfestes.


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