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Bundespräsident Van der Bellen eröffnet Wien-Marathon

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Wenn Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Sonntag um 8.58 Uhr (ORF 1) den Startschuss zum 39. Vienna City Marathon geben wird, hat Österreichs Hoffnungsträger Lemawork Ketema gleich mehrere Ziele vor Augen. „Die EM-Qualifikation ist mein Plan A. Wenn alles gut geht und das Wetter passt, will ich meine Marathon-Bestzeit verbessern und einen neuen österreichischen Rekord aufstellen“, sagte der Olympia-Teilnehmer am Donnerstag.

Für die Erfüllung von Plan A benötigt Ketema eine Zeit von 2:14:30 Stunden, um im Sommer bei den European Championships in München an den Start gehen zu dürfen. Seine persönliche Bestzeit (2:10:44) stellte er vor drei Jahren in Wien auf, im Idealfall will Ketema am Sonntag auch noch den österreichischen Rekord von Peter Herzog (2:10:06) angreifen. „Ich bin ganz gut vorbereitet, schauen wir einmal, was kommt. Ich bin bereit“, sagte er bescheiden.

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Die Enttäuschung von Olympia ist jedenfalls Geschichte. Der 36-Jährige mit äthiopischen Wurzeln hatte beim olympischen Marathon in Sapporo im August 2021 wegen muskulärer Probleme im hinteren Oberschenkel zwischen Kilometer 13 bis 16 aufgeben müssen. „Nach Olympia hatte ich wirklich eine ganz schwere Zeit. Es war nicht einfach, die Motivation und die Form zu finden“, erinnerte sich Ketema.

Fast ein halbes Jahr lang nahm er Therapie in Anspruch, mittlerweile sind die Schmerzen verflogen. Erst am Mittwoch landete Ketema in Wien, zuvor hatte er monatelang in Äthiopien trainiert. Etwa 200 Kilometer pro Woche lief er in einer Trainingsgruppe, die von Mosinet Geremew, dem viertschnellsten Marathonläufer der Geschichte, angeführt wurde. „Meine Vorbereitung in Äthiopien war gut. Körperlich bin ich bei 100 Prozent“, sagte Ketema, nur mental sei es noch ein bisschen schwierig.

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Neben Ketema peilt auch Timon Theuer das EM-Ticket an, unterstützt wird der 28-Jährige dabei von seinem persönlichen Tempomacher Andreas Vojta. Herzog will nach einer Verletzungspause am Samstag im Rennen über 10 km einen „guten Tempolauf“ absolvieren und tags darauf beim Halbmarathon an den Start gehen. Bei den Frauen fehlt Österreichs Marathon-Elite um Eva Wutti und Julia Mayer. Es habe zwar Absichten gegeben, teilten die Veranstalter mit, doch es fehlte die Form für einen hochwertigen Marathon.

Nach der coronabedingten Absage 2020 und dem Comeback im September 2021 findet das Event wie gewohnt wieder im April statt. Insgesamt werden mehr als 31.000 Teilnehmer an den Start gehen, knapp 8.000 sind über die Marathondistanz gemeldet. Nach den Absagen von Vorjahressieger Leonard Langat und den Mitfavoriten Goitom Kifle, Derara Hurisa oder Mekuant Ayenew wollen Oqbe Kibrom (2:05:53) und Abdi Fufa (2:05:57) den Streckenrekord von Getu Feleke (2:05:53) aus dem Jahr 2014 angreifen.

Die Eröffnung durch Van der Bellen sei für die Veranstalter „eine tolle Anerkennung“, sagte VCM-Geschäftsführer Dominik Konrad: „Er wird einige motivierende Worte an die Teilnehmer richten und die Läufer und Läuferinnen mit dem Startsignal auf dem Weg schicken.“ Noch nie zuvor hatte ein Bundespräsident den Startschuss für das größte Laufevent Österreichs gesetzt.

Außerdem wird der Vienna City Marathon angesichts des Angriffskrieges von Russland unter dem Motto „Running for Peace“ ein Zeichen für die Ukraine setzen. „Der Vienna City Marathon ist seit jeher ein Lauf für den Frieden. Hier nehmen Läufer und Läuferinnen aus 100 Nationen teil, unabhängig von ihrer Herkunft, Nation oder Religion laufen sie friedlich miteinander und für ein gemeinsames Ziel“, sagte VCM-Geschäftsführerin Kathrin Widu.


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