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Raubkunst als Krimithema: „Waldinneres“ von Mónica Subietas

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Wieso hängt ein frühes Original von Gustav Klimt im Zürcher Musikclub „Kafi Glück“? Das erfährt man in Mónica Subietas‘ Roman „Waldinneres“, der das Thema Raubkunst als leicht verdauliche Krimikost serviert und am Mittwoch erscheint. Subietas stammt aus Barcelona und lebt seit 2008 in Zürich. Sie schildert in dem Krimi das Milieu der Zürcher Kunstszene ebenso kenntnisreich und lebendig wie dasjenige der Clubszene.

Gott regiert nicht im Himmel, sondern in einer Bar, wo man am Tresen nur zwischen den Figuren Maria und Jesus bestellen kann - dafür ist das Bier „eiskalt wie nirgendwo sonst in Zürich“. Gott, verantwortlich für solche Genüsse, heißt eigentlich Gottfried. Er hat die Eltern früh verloren und ist nach endlosen Trips um den Globus in die Schweiz zurückgekehrt. In seinem „Kafi Glück“ lebt er nun gesellig, ohne irgendjemanden wirklich nahe sein zu müssen.

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Ein unerwartetes Erbe beschert ihm der Anruf einer Bank, wo ein schlafendes Konto aufgelöst werden soll. Sein Vater deponierte einst ein wertvolles kleines Landschaftsgemälde im Safe und weist Gottfried in einem hinterlassenen Brief an, den rechtmäßigen Besitzer zu suchen und es ihm zurückzugeben. Geschickt verwebt die spanische Kulturjournalistin Subietas in der Folge das Schicksal eines verschollenen jüdischen Kunstsammlers, der vor den Nazis über die grüne Grenze in die Schweiz floh, mit Gottfrieds Suche nach seinen familiären Wurzeln und sich selbst.

Rasch entwickelt sich in diesem Umfeld ein spannender Raubkunst-Krimi, welcher die Schweiz während des Zweiten Weltkriegs als Fluchtort zeigt, der mit der eigenen Neutralität ringt. Nichts könnte aktueller sein. Vielleicht wirkt „Waldinneres“ gerade deshalb etwas oberflächlich, denn im Vordergrund steht nicht die existenzielle Fluchtgeschichte von damals, sondern der alltägliche Eskapismus der Verschonten von heute.

(S E R V I C E - Mónica Subietas: „Waldinneres“, Übersetzt von Lisa Grüneisen, S. Fischer Verlag, 256 Seiten, 22,70 Euro, erscheint am 27. April)


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