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Installationsbetrug in Wien und Niederösterreich aufgedeckt

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Ohne Fachwissen, aber mit sehr forschem Auftreten hat ein 25-Jähriger mindestens 17 Privathaushalte in Wien und Niederösterreich abgezockt: Über eine Telefonnummer im Internet bot sich der einschlägig vorbestrafte Mann als Notfalls-Installateur an, für seine mangelhaften Arbeiten verlangte er „Fantasiepreise“, berichtete Gerhard Winkler, Leiter der Außenstelle Süd des Landeskriminalamts Wien. Die Ermittler gehen von einer hohen Zahl noch unbekannter Opfer aus.

Von Juli bis zu seiner Festnahme im Dezember vergangenen Jahres in der Wohnung seiner Eltern soll der Beschuldigte mit buchstäblichem Pfusch sein Geld verdient haben - der bisher eruierte Schaden beläuft sich auf knapp 27.000 Euro. Die Betroffenen waren 23 bis 81 Jahre alt, 14 Fälle tauchten bisher in Wien auf, drei in Niederösterreich. Besonders dreist ging der Mann Anfang September 2021 vor: Einige Stunden lang werkte er an einem defekten Elektrokasten, dafür kassierte er 10.000 Euro. Die Hälfte hatte das gehörlose und sprechbehinderte Opfer daheim, der Rest wurde von der Bank geholt.

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In einem anderen Fall gab er sich gleich noch als professioneller Fliesenleger aus und verlangte für das Abschlagen alter Kacheln 4.000 Euro. Ein anderes Betrugsopfer zahlte 600 Euro für das Wechseln einer Sicherung, eine „Arbeit“ von fünf Minuten, schilderte Winkler.

In allen Fällen wurden die Kunden gedrängt, gleich und bar zu zahlen - auch gleich ein Hinweis, dass es sich um Betrug handeln könnte, warnte Jörg Kohlhofer, IT-Spezialist bei der Kriminalprävention. Ein weiteres Alarmzeichen sei, wenn die im Internet angegebene „Notfallnummer“ nicht mit der Telefonnummer der - damals existenten - Installationsfirma übereinstimmt, als deren Mitarbeiter sich der Beschuldigte ausgegeben hatte. Der Betrugspräventionsexperte rät generell, sich schon vor etwaigen Notfällen nach einem geeigneten Installateur, Elektriker etc., am besten in der Wohnumgebung umzusehen und sich nach Angebot und Bezahlmöglichkeiten zu erkundigen. Bei Web-Anbietern solle man auch die Bewertungen lesen. Niemals sollte man auf Drohungen oder Forderungen nach einem Pfand eingehen, sondern sofort die Polizei einschalten.

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„Wir möchten präventiv warnen vor solchen Betrugsmaschen“, betonten die Kriminalisten am Montag. Der 25-Jährige - er ist zu einigen Fällen geständig und wartet in U-Haft auf seinen Prozess - habe vermutlich noch etliche Menschen mehr abgezockt. Hinweise nimmt das LKA Wien Außenstelle Süd unter der Telefonnummer 01/31310-57800 (Journal) entgegen.


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