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Abstiegskampf-Dramatik im Kellerduell Hartberg gegen Altach

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Der Vorletzte empfängt das Schlusslicht: In Hartberg steigt am Dienstag das Kellerduell der Fußball-Bundesliga zwischen Gastgeber TSV und Altach. Die Partie in der 7. Runde der Quali-Gruppe hat Vorentscheidungspotenzial für den Abstiegskampf. Gewinnen die Steirer, liegt das Team von Klaus Schmidt drei Runden vor Schluss fünf Zähler vor den Vorarlbergern. Im Duell um Platz eins empfängt der LASK die WSG Tirol, der aktuell Vierte Ried hat die drittplatzierte Admira zu Gast.

Altach-Coach Ludovic Magnin bekannte vor dem Kellerduell: „Es ist das wichtigste Spiel, seit ich hier Trainer bin.“ Ganz so zuspitzen wollte Schmidt dann die Partie im Vorfeld nicht: „Wir steigen nicht ab, wenn wir verlieren und wir halten die Liga nicht, wenn wir gewinnen.“ Der Hartberg-Coach sprach stattdessen vom zweiten von fünf Finalspielen. „Das erste haben wir positiv bestritten, jetzt haben wir noch vier.“ Das angesprochene erste Finale war der 3:1-Auswärtssieg bei der Admira am Wochenende, womit eine 146 Tage währende Durststrecke ohne Sieg für die Oststeirer zu Ende ging. Für Schmidt war es im sechsten Spiel der erste volle Erfolg für seinen neuen Club.

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So lange will man in Hartberg nun nicht mehr auf den nächsten Dreier warten, gegen Altach soll nachgelegt werden. Schmidt sieht im Umschaltspiel und in den Standardsituationen der Vorarlberger den Schlüssel. „Da wissen sie schon, wie man dem Gegner wehtun kann. Sie haben in den letzten sechs Runden nur ein Spiel verloren, das heißt, sie lassen nur sehr wenig zu, sind aber in der Offensive immer wieder gefährlich“, warnte der Trainer, der um Innenverteidiger Michael Steinwender bangt. Steinwender ist seit dem Zusammenprall mit Admiras Joseph Ganda angeschlagen.

Zwar wurde der Aufwärtstrend Altachs am vergangenen Wochenende mit dem 1:2 beim LASK zumindest vorläufig gestoppt, Magnin war mit der Leistung seiner Elf dennoch zufrieden. Geändert hat sich durch die Rückkehr ans Tabellenende für den Coach nur wenig: „Am Ende kann eine Mannschaft mit einem Unentschieden besser leben als die andere. Vor einer Woche waren wir das, jetzt ist für uns ein Unentschieden schlechter als für Hartberg.“

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Für den LASK ist es das erste von vier Endspielen im Kampf um Europa, für die WSG Tirol biegt der Abstiegskampf in die Endphase. Und doch halten beide Teams vor dem Treffen am Innsbrucker Tivoli als Spitzenreiter der Qualifikationsgruppe bei je 21 Punkten. „Wir sind noch lange nicht durch“, warnte WSG-Coach Thomas Silberberger, dessen Team beim LASK zuletzt ein 0:6 kassierte. Stürmer Thomas Sabitzer forderte „Wiedergutmachung“.

Mit den 3:2- bzw. 2:0-Siegen im Doppel gegen Ried verschafften sich die Tiroler jedenfalls eine hervorragende Ausgangsposition in Sachen Klassenerhalt. Sechs Punkte liegt man bereits vor Schlusslicht Altach. „Im Abstiegskampf werden so viele Kräfte frei, gehen so viele Türen zu, weil der Druck unheimlich groß ist. Deshalb sind wir gut beraten, die Kirche im Dorf zu lassen“, erklärte Silberberger vor dem Duell mit dem LASK.

Der in dieser Saison eher unrund laufende LASK schöpfte mit dem 2:1-Heimerfolg über Altach, dem ersten zweiten Sieg in der Quali-gruppe, neuen Mut. „Wir wollen in Tirol einen draufsetzen“, stellte Mittelfeld-Regisseur Peter Michorl klar. Von Europa wollte Michorl aber nichts wissen. „Wir brauchen uns jetzt nicht mit Europa beschäftigen“, betonte der 26-Jährige. „Wie man sieht, haben wir noch viel Luft nach oben. Diese Quali-gruppe ist sehr eng, da kann es schnell gehen.“

Die Admira und Ried sind im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga als Dritter und Vierter der Qualifikationsgruppe vorerst noch in einer guten Position. Beiden Teams droht unabhängig vom Ausgang des direkten Duells im Innviertel nicht der Rückfall ans Tabellenende. Auch deshalb würde ein Sieg einen richtig großen Schritt in Richtung Klassenerhalt bedeuten. Sieger gab es in allen bisherigen drei Saison-Aufeinandertreffen. Die Rieder siegten im Grunddurchgang zweimal 2:1, die Admiraner behielten im „unteren Play-off“ vor eigenem Publikum mit 2:0 die Oberhand.

Für die Rieder lief es zuletzt gar nicht nach Wunsch, das Doppel gegen WSG Tirol ging verloren, zudem sind sie drei Partien sieglos. Selbst der erhoffte Trainereffekt durch die Einsetzung von Christian Heinle als Nachfolger von Robert Ibertsberger blieb bei der Premiere am Samstag (0:2) aus. Die Partie in Innsbruck sei zuerst aufgearbeitet, dann abgehakt worden, so Heinle. Nicht leugnen konnte der 37-Jährige, dass eine Verunsicherung in seiner Truppe da ist. „Deshalb werden wir gegen die Admira unsere Fans ganz besonders brauchen. Sie können uns nach vorne peitschen“, hoffte Heinle auf die Unterstützung durch den „12. Mann“: „Es müssen drei Punkte her, ganz egal wie.“

Das denken sich auch die Südstädter, die in der Qualigruppe den besseren Eindruck hinterlassen haben. „Wir können gegen Ried Wiedergutmachung betreiben und uns mit einem Sieg eine noch bessere Ausgangslage für die letzten Runden schaffen“, sagte Admira-Goalie Andreas Leitner. Die Niederösterreicher treten diese Saison gerne in der Fremde an, sind auswärts neun Partien unbesiegt, wobei es sieben Mal eine Punkteteilung gab.


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