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Corona: Experten erwarten Ende des Infektionsrückgangs

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Wöchentlich gibt es die Einschätzung des Corona-Prognosekonsortiums zum Infektionsgeschehen in Österreich: Der Abwärtstrend bei den Neuinfektionen ist nach wie vor vorhanden, wiewohl bei leicht verringerter Geschwindigkeit. „Mittelfristig“ aber erwarten die Expertinnen und Experten ein Ende des Fallzahlenrückgangs, wie dem Update vom Mittwoch zu entnehmen ist. Die Infektionen dürften ein konstantes und nicht so niedriges Niveau wie in den vergangenen beiden Sommern erreichen.

„Die Fallentwicklung ist nach wie vor rückläufig, wobei sich die Geschwindigkeit des Rückgangs weiterhin leicht verringert hat. Die Prognose geht von einem allmählichen Übergang in eine konstante Fallentwicklung aus“, ist konkret von den Experten der Technischen Universität Wien, MedUni Wien und der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) zu lesen. Mit Blick auf die mittelfristige Zukunft wurde betont, dass den derzeit dämpfend wirkenden saisonalen Effekten die fortschreitende Abnahme des erworbenen Immunschutzes vor Neu- oder Wiederinfektion entgegenstehe.

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Darüber hinaus hätten die erfolgten Lockerungen vom 16. April (unter anderem Ende der Maskenpflicht im Großteil des Handels und bei Events, keine Einschränkungen für die Gastronomie) mittlerweile vollständig ihre Wirkung entfaltet. „Aufgrund dieser Entwicklungen wird der Fallzahlenrückgang mittelfristig enden. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass die Infektionszahlen auf die Niveaus der Sommer 2020 oder 2021 sinken werden“, hieß es. In den Unterlagen wurde diesbezüglich auch darauf verwiesen, dass sich im Wochenvergleich die effektive Reproduktionszahl weiterhin leicht erhöht hat (von 0,85 am 17. April auf 0,88 am 24. April).

Für die nähere Zukunft gehen die Expertinnen und Experten des Gremiums von folgender Situation aus: Für den kommenden Mittwoch (4. Mai) wird mit 4.532 bis 7.461 Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Österreich gerechnet, der Punktschätzer als eine Art Mittelwert liegt bei 5.654. Zum Vergleich: Am heutigen Mittwoch lag der Wert bei 8.239 Neuinfektionen.

Laut Prognose sollte kommenden Mittwoch die Sieben-Tage-Inzidenz im Bereich von 350 bis 580 Fällen je 100.000 Einwohner zu liegen kommen. Der Punktschätzer wurde mit 440 angegeben. Die geringste Inzidenz wird in der Steiermark (250 bis 400) und die höchste Inzidenz im Burgenland (480 bis 790) erwartet.

Was die Situation in Österreichs Spitälern betrifft, so ist das Durchschnittsalter der Patientinnen und Patienten gestiegen. Dieser Effekt bremse derzeit den Rückgang des Spitalsbelags, hieß es. In der Belagsprognose wird nicht zwischen Personen, deren Hospitalisierung kausal auf Covid-19 zurückzuführen ist und Personen, die ursprünglich aufgrund einer anderen Diagnose hospitalisiert wurden, unterschieden, wurde betont.

Derzeit werden 1.452 Covid-Patientinnen und -Patienten auf Normal- und 111 auf Intensivstationen (ICU) behandelt. Deren Anzahl soll kommende Woche im Normalpflegebereich auf 863 bis 1.152 Hospitalisierte zurückgehen (Punktschätzer bei 997), im ICU-Bereich auf 70 und 96 Patientinnen und Patienten (Punktschätzer bei 82). In zwei Wochen, am 11. Mai, werden für den Normalbettenbereich zwischen 613 und 978 Patientinnen und Patienten prognostiziert (Punktschätzer bei 774), für den Intensivbereich 50 bis 82 Covid-Erkrankte (Punktschätzer bei 64).

Die Berechnungen des Gremiums sind jedoch auch mit Unsicherheiten behaftet. Für die gegenständliche Fallprognose betrifft dies Aufholeffekte aufgrund der Wiederaufnahme der Schultests in der vergangen Woche, die die Einschätzung der Trends in der Altersgruppe der Schülerinnen und Schüler erschweren, wurde betont.

Zu den weiteren Limitationen zählen vorgenommen Schätzungen oder Modellannahmen. Als Beispiel wurde hierbei genannt, dass ein sprunghafter Anstieg der Anzahl älterer Erkrankter durch Pflegeheim-Cluster nicht sinnvoll im Rahmen der Belagsprognose modelliert werden könne. Weiters großen Einfluss stelle eine mögliche Änderung der Teststrategie dar. Falls es zum Beispiel im Prognosezeitraum zu einem verstärkten Einsatz von Tests komme, könne es zu einer systematischen Unterschätzung der Anzahl der positiv Getesteten kommen. Dasselbe gelte für zunehmend verspätetes Einmelden von positiven Tests.


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