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Weitere Zivilisten in Bussen aus Mariupol gebracht

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In der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol ist am Montagvormittag die Evakuierung fortgesetzt worden. Mehrere Zivilisten hätten die südostukrainische Stadt in Bussen verlassen, teilte ein Berater es Bürgermeisters mit. Es habe sich dabei aber anders als bei einigen vorherigen Konvois nicht um Zivilisten aus dem umkämpften Stahlwerk Asowstal gehandelt, das von russischen Truppen belagert wird. Russland setzte unterdessen seine Angriffe im Osten des Landes fort.

Beide Seiten meldeten am Montag erneut Erfolge, die von unabhängiger Seite nicht überprüft werden konnten. Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss eines ukrainischen Kampfjets. Das Flugzeug des Typs MiG-29 sei in der Nähe der ostukrainischen Stadt Slowjansk getroffen worden, teilt das Ministerium mit. Zudem seien 38 militärische Ziele getroffen worden, darunter Munitionslager und Kontrollzentren. Auch zehn ukrainische Drohnen seien zerstört worden.

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Die Ukraine meldete dagegen, dass Russland erneut auch nicht-militärische Ziele in der Ukraine mit Raketen angegriffen habe. Im Gebiet Dnipropetrowsk sei ein großes Getreidelager zerstört worden, teilte die Militärverwaltung des Gebiets am Montag mit. Dazu veröffentlichte sie ein Video, das einen Raketeneinschlag zeigt.

Die ukrainische Armee meldete ihrerseits die Zerstörung von zwei russischen Patrouillenbooten. Eine ukrainische Drohne des Typs Bayraktar habe die Schiffe aus der Raptor-Serie am frühen Morgen nahe der Schlangeninsel im Schwarzen Meer zerstört, teilt der ukrainische Generalstabschef Walerij Saluschnyj über den Messengerdienst Telegram mit. Aus Moskau gibt es dazu zunächst keine Reaktion. Mitte April war das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, der Raketenkreuzer „Moskwa“, gesunken. Russland hatte damals die Darstellung der Regierung in Kiew zurückgewiesen, die „Moskwa“ sei von ukrainischen Raketen getroffen worden. Vielmehr habe ein Feuer an Bord eine Munitionsexplosion ausgelöst, das Schiff sei dann in schwerem Seegang beim Abschleppen gesunken.

Laut Angaben des britischen Verteidigungsministeriums verursacht der Krieg in der Ukraine auf russischer Seite immer größere Verluste. Es sei wahrscheinlich, dass ein Viertel der eingesetzten 120 Bataillone mittlerweile kampfunfähig sei, meldete das Ministerium auf Twitter. Nach Meinung des britischen Verteidigungsministerium erlitten auch einige der russischen Eliteeinheiten wie Luftlandetruppen seit Beginn des Kriegs erhebliche Verluste. „Es wird wahrscheinlich Jahre dauern, bis Russland diese Truppen wieder aufstellen kann.“

Zudem häufen sich Berichte über Anschläge oder Beschuss auch auf russischem Territorium. In der südrussischen Region Belgorod, die an die Ukraine grenzt, ereigneten sich in den frühen Morgenstunden zwei Explosionen, wie der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, in den sozialen Medien schrieb. Es habe keine Verletzten oder Schäden gegeben.

Die ukrainische Regierung hat sich bisher nicht zu Angriffen auf russisches Territorium bekannt. Beide Seiten sprechen von sehr hohen Verlusten der anderen Seite. Während ukrainische Behörden von 23.000 getöteten russischen Soldaten sprechen, gibt die russische Regierung eine ähnlich hohe Anzahl an Toten auf ukrainischer Seite an. Unabhängig konnten die Angaben nicht überprüft werden.

Russland setzte nach Angaben der Ukraine seine Angriffe im Osten des Landes fort. Die russischen Truppen versuchten, die Stadt Rubischne einzunehmen und bereiteten einen Angriff auf Sjewjerodonezk vor, erklärte der ukrainische Generalstab. In der Region Luhansk wurden nach Angaben von Gouverneur Serhij Gaidai in den vergangenen 24 Stunden drei Menschen bei Angriffen getötet.

Am Sonntag waren aus dem von russischen Truppen belagerten Stahlwerk Asowstal in der südostukrainischen Hafenstadt Mariopol mehrere Dutzend Zivilisten evakuiert worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von 100 Zivilisten, die russische Seite von 80.

Russische Truppen belagern seit Wochen die durch Beschuss stark zerstörte Stadt. Während sie weite Teile der Stadt erobert haben, haben sich einige hundert ukrainische Soldaten und Kämpfer in dem Stahlwerk verschanzt. Auch Zivilisten haben dort Zuflucht gesucht. Seit Tagen gibt es Appelle an die russischen Truppen, die dort eingeschlossenen Frauen und Kinder passieren zu lassen. Die ukrainischen Soldaten wollen sich bisher nicht ergeben.


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