Der Unfall, der doch Mord war: Jeder zweite Mord bleibt unentdeckt

Bei Morden liegt die Aufklärungsquote in Österreich bei 95 Prozent. Klingt beeindruckend. Wäre da nicht dieses Detail, dass jeder zweite Mord unentdeckt bleibt, weil er nicht als Tötungsdelikt erkannt wird. Das behauptet Thomas Trescher, der sich auf die Suche nach „perfekten Morden“ begeben hat.

Symbolbild.
© istock

Von Judith Sam

Am Heiligen Abend beschlich Maryon Vollrath erstmals der Gedanke, dass sich etwas Schreckliches zugetragen haben könnte. Ihr Sohn Raven, der aus Thürigen nach Zöblen im Tiroler Außerfern gezogen war, um dort zu arbeiten, rief sie nicht an, um ihr frohe Festtage zu wünschen. Sehr eigenartig. Schließlich hatte der 25-Jährige ein inniges Verhältnis zu seinen Eltern und sprach oft mehrmals täglich mit ihnen. Auch in den Folgetagen im Jahr 2005 blieb Raven verschwunden. Kein Lebenszeichen. Kein Anruf. „Doch trotz der Sorge der Eltern suchte die Polizei nicht nach ihm“, sagt Thomas Trescher, der sich für sein Buch „Totgeschwiegen“ (Verlag Edition QVV) mit dem Geschehen befasst hat.

Kostenlos registrieren und weiterlesen

Dieser Exklusiv-Artikel ist nur für Nutzer verfügbar, die sich kostenlos auf tt.com registriert haben.

Jetzt kostenlos registrieren
Ich bin bereits registriert und möchte mich anmelden

Kommentieren


Schlagworte