Soziale Medien und Videospiele schaden Leistung von Top-Fußballern

Fußballer, die kurz vor dem Spiel auf soziale Netzwerke schauen oder sich die Zeit mit Video-Games vertreiben, sind laut einer neuen Studie mental ermüdet und liefern schlechtere Leistungen ab.

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© AFP

João Pessoa – Der Druck durch soziale Medien wie Twitter oder Facebook wirkt sich negativ auf die Leistung von Top-Fußballspielern aus. Durch die Ablenkung fällt es ihnen schwerer, die richtigen strategischen Entscheidungen zu fällen. Vor allem die Pässe verschlechtern sich durch den Einfluss von sozialen Medien sowie durch Videospiele. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der brasilianischen Universidade Federal do Paraíba.

„Trainer sollten evaluieren, ob es etwas nützt, wenn Athleten vor dem Match auf Social Media schauen oder Video-Games spielen. Wenn sie das nur 30 Minuten vor dem Match tun, beeinträchtigt das ihre Leistung. Mental ermüdete Spieler können die Aktionen ihrer Gegner nicht mehr ausreichend vorhersehen oder interpretieren", heißt es in der Untersuchung.

Die Forscher haben die Studie mit 25 professionellen brasilianischen Fußballspielern durchgeführt. Bei insgesamt sechs Matches in der Vorsaison wurden diese jeweils in drei Gruppen eingeteilt. In den 30 Minuten vor dem Anpfiff musste die erste Gruppe Internet-Videos anschauen, die zweite sah auf ihre Social-Media-Accounts und die dritte Gruppe spielte das Videospiel „FIFA 18“.

Zu hoher Fokus auf Gegner

Vor und nach dem Spiel testeten die Forscher die mentale Müdigkeit der Studienteilnehmer. Es stellte sich heraus, dass sich die Leistung der Spieler, die „FIFA 18“ spielten oder auf soziale Medien schauten, verschlechterte. Die Studienteilnehmer, die sich nur passiv Videos sahen, spielten besser. Vor allem die Qualität der Pässe wurde durch soziale Medien und Videospiele verringert.

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„Bei höherer geistiger Müdigkeit konzentrieren sich Athleten üblicherweise länger auf ihre Gegner als auf ihre Teamkameraden“, schreiben die Forscher. Trotzdem seien die Spieler nicht in der Lage, die Aktionen ihrer Gegner zu interpretieren. Diese Fixierung wirkt sich negativ auf strategische Entscheidungen aus. Deswegen empfehlen die Forscher Spielern, sich vor dem Match nicht von Social Media und Videospielen ablenken zu lassen. (pte)


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