Mindestens zwölf Tote durch Sturm „Gloria“ in Spanien

Wintersturm „Gloria“ hat in Spanien für Chaos gesorgt und zahlreiche Menschen das Leben gekostet. Die Zahl der Todesopfer stieg am Donnerstag von neun auf zwölf.

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"Gloria" war am Sonntag mit Windgeschwindigkeiten von mehr als hundert Stundenkilometern über den Osten Spaniens gefegt und dann weiter nach Norden gezogen. Der Wintersturm brachte Eisregen mit sich und verursachte massiven Wellengang. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt und Straßen unter Wasser gesetzt.
© JOSE JORDAN

Barcelona – Das Sturmtief „Gloria“ hat in Spanien mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet und große Schäden hinterlassen. Seit dem Wochenende tobte die Kaltfront mit heftigen Winden, riesigen Wellen und viel Regen und Schnee vor allem im Osten und Nordosten des Landes.

Zahlreiche Flüsse und Bäche - speziell in der Region Katalonien - führten am Donnerstag weiterhin Hochwasser, teilweise kam es zu starken Überschwemmungen. Mehrere Menschen wurden von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet. Die Zeitung „ABC“ sprach von einer „absoluten Katastrophe“.

Lage nach wie vor angespannt

Obwohl sich das Wetter in den meisten Landesteilen inzwischen beruhigte, war die Lage am Donnerstagnachmittag vor allem in Girona knapp 100 Kilometer nordöstlich der katalanischen Hauptstadt Barcelona noch angespannt. Dort wurden unzählige Straßen unter Wasser gesetzt, weil der Fluss Ter über die Ufer trat. Zudem gab es große Probleme mit dem Trinkwasser.

Aufgrund eines vom Unwetter verursachten Defekts seien mehrere Stadtgebiete ohne jede Versorgung, sagte Bürgermeisterin Marta Madrenas. Man werde erstmals nach langer Zeit auf die Reserven zurückgreifen. Die Betroffenen würden am Donnerstag zunächst nur zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr und dann am Freitag zwischen 7 und 9 Uhr Wasser haben.

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Die Wassermassen zerstörten mehrere Brücken, Straßen waren zeitweise gesperrt. Für viele Schüler fiel der Unterricht aus. Wie groß die Schäden insgesamt sind, ist noch unklar. Regierungschef Pedro Sanchez sagte auf Mallorca bei einem Besuch des schwer in Mitleidenschaft gezogenen Badeortes Cala Rajada im Nordosten der Insel, es werde schnelle Hilfe für alle Betroffenen geben. „Wir werden keine Mittel scheuen“, sagte Sanchez, der sich zuvor auch in Katalonien selbst ein Bild vom Ausmaß der Zerstörungen gemacht hatte. Er sei ob der Verwüstung „erschüttert.“

Die Zahl der Todesopfer stieg am Donnerstag von neun auf zwölf. Die drei hinzugekommenen Toten wurden alle in Katalonien geborgen. In den Gemeinden Cabaces und Jorba wurden die Leichen von zwei Männern entdeckt, deren Fahrzeuge vermutlich von den Wassermassen mitgerissen worden waren. Am Strand von El Prat de Llobregat bei Barcelona wurde eine vermutlich ertrunkene Frau tot aufgefunden.

Noch mindestens drei Menschen wurden am Donnerstagabend in Barcelona vermisst. Auf Mallorca gab es ebenfalls mindestens drei Vermisste, auf Ibiza zwei, darunter einen jungen Briten.

Aus Malaga meldete der spanische Wetterdienst einen massiven Hagelsturm. In den Straßen der andalusischen Stadt lag eine Schicht weißer Hagelkörner. In Alcaniz in der Provinz Teruel mussten Dutzende Menschen wegen eines Erdrutsches ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Auch in Tordera bei Barcelona wurden zahlreiche Wohnhäuser wegen Überflutungsgefahr evakuiert.

Ein ungewohntes Bild bot sich wegen „Gloria“ im Seebad Tossa de Mar und anderen Gemeinden an der Costa Brava: Dort stand Meeresschaum meterhoch in den Straßen, weil der Ozean vom Sturm so heftig aufgewirbelt worden war. Der Schaum bedeckte auch die Hausfassaden. (APA/dpa)


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