Chinese Favorit beim FC Wacker? Die Shortlist nimmt Form an

Den FC Wacker Innsbruck beschäftigt neben den sportlichen Aufgaben der anstehende Einstieg eines Investors. Ein Chinese gilt als Favorit, im Februar sollen die Würfel fallen.

Dieser „runde“ Tisch im Trainingslager in Side drehte sich rund um Cheftrainer Thommy Grumser (r.) ausschließlich um Fußball.
© FCW

Von Florian Madl und Peter Nindler

Innsbruck – Spekulationen über Investoren, die bei Wacker einsteigen möchten, halten an. Zuletzt kursierte der Name der chinesischen Beteiligungsholding Fosun International: Sie verfügt über zahlreiche Tochterunternehmen in den verschiedensten Sektoren, die weltweit investieren, selbst der Bregenzer Textilienhersteller Wolford gehört zur Gruppe. Und auch der Fußball wurde als Betätigungsfeld entdeckt:

Im Sommer 2016 kaufte Fosun die englische Premier-League-Mannschaft Wolverhampton Wanderers („Wolve­s“), auch der Schweizer Zweitligist Grashoppers Zürich galt zuletzt als einer der Übernahmekandidaten. Die Chinesen arbeiten eng mit dem umstrittenen portugiesischen Spielervermittler Jorge Mendes zusammen. Luftblase oder mehr?

Präsident Gerhard Stocker will sich auf keine Spekulationen einlassen, die Unterlagen für die Wirtschaftsprüfung der Bundesliga (Abgabe bis 3. März) fußen auch nicht auf Investorengeld: „Ich bin guten Mutes“, hält der Wattener fest, dem es bei der Suche nach dem Partner „bei Weitem nicht nur ums Geld geht“. Der FC Wacker will sich jedenfalls Zeit lassen: „Druck haben wir keinen.“ Im Februar sollen die Würfel fallen.

Trainingszentrum Mieming als Kernelement

Derzeit wird eine Shortlist erstellt, auf der sich neben besagtem chinesischen Konglomerat zwei Interessenten aus Bulgarien/Griechenland und Deutschland/USA befinden sollen. Das Interesse ist dem Vernehmen nach ein großes, zahlreiche Geldgeber haben den Profifußball als Investment entdeckt. Das jüngste Beispiel in Österreich: Westligist FC Pinzgau holte drei US-Partner ins Boot, um schon heuer den Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen.

Eines der Wacker-Kern­elemente bleibt das Trainingszentrum in Mieming, das alle Kandidaten bereits besichtigt haben. Was für den Verein außer Frage steht: Das Engagement des Investors soll ein längerfristiges sein und nicht bereits nach drei Jahren ein Ende finden.

Offensiv ins Trainingslager

Mit Heimkehrer Matthäus Taferner ist der Wacker Innsbruck am Donnerstag im Trainingslager in Side (TUR) gelandet. Bei den Afrikanern Karim Conté und Sunday Faleye gab es zunächst ein kleines Problem mit dem Visum, sie mussten mit Teambetreuer Oliver Pfister von München aus etwas später nachfliegen.

„Ich bin froh, dass ich wieder Spielpraxis sammeln kann und die Matura absolvieren kann“, erklärte Taferner, der beim deutschen Zweitligisten Dynamo Dresden nicht mehr zum Zug gekommen war. „Matthäus hilft uns am Platz und ist mit seiner Art auch gut für die Kabine“, freut sich Coach Thommy Grumser, der sich offensive Akzente erwartet. In der Türkei wird an der Spielanlage gefeilt: „Am wichtigsten ist, wo sich das Team am wohlsten fühlt.“ (lex)


Kommentieren


Schlagworte