Sechs Millionen Euro für Aufräumen von Schneeschäden in Osttiroler Wald

Bei den massiven Schneefällen im November wurden die Wälder in Osttirol schwer in Mitleidenschaft gezogen. Das Land stellt nun für die Beseitigung der Schäden sechs Millionen Euro aus dem Katastrophenfonds zur Verfügung.

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250.000 Kubikmeter Schadholz gilt es infolge des massiven Wintereinbruchs im November aufzuarbeiten.
© Land Tirol

Lienz, Innsbruck – Enorme Schäden entstanden durch den heftigen Wintereinbruch vergangenen November in Osttirols Wäldern. Das Land Tirol hat nun – wie auch schon nach der Sturmkatastrophe im Oktober 2018 – ein eigenes Programm zur Unterstützung der Aufräumarbeiten der Waldschäden in Osttirol aufgelegt. Sechs Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

„Ohne entsprechende Unterstützung ist die Arbeit im Wald derzeit nicht einmal kostendeckend. Aber das Schadholz muss heraus, sonst kommt der Borkenkäfer hinein und zerstört unser Schutzschild Wald auf Generationen“, führte LHStv Josef Geisler (ÖVP) aus. Der Holzpreis ist europaweit im Keller, doch die Aufarbeitung des Schadholzes ist aufwendig und teuer. Rund die Hälfte der entstehenden Kosten trägt die öffentliche Hand.

Geisler bezeichnete es als „Riesenherausforderung", das Schadholz aus dem Wald zu bringen und die Schutzfunktion des Waldes wiederherzustellen. „Aber in einer gemeinsamen Kraftanstrengung sind wir auf einem guten Weg“, bedankte er sich im Rahmen einer Veranstaltung zu den Schadereignissen bei den Waldaufsehern in den Gemeinden, den Mitarbeitern des Forstdienstes und auch den Waldeigentümern. Sie alle sind wie auch die Fachkräfte seit über einem Jahr im Dauereinsatz.

Insgesamt 850.000 Kubikmeter Schadholz

Eine Spur der Verwüstung und 850.000 Kubikmeter Schadholz haben die beiden Katastrophenereignisse in Osttirol hinterlassen. Zum Vergleich: In ganz Tirol wurde im Jahr 2018 eine Million Kubikmeter Holz eingeschlagen. Bei der Beseitigung der Schneebruchschäden vom November ist man noch am Anfang, 70 Prozent der Sturmschäden von 2018 sind aber bereits aufgearbeitet. Zeitweise waren 50 Seilfirmen zugleich beschäftigt. Dort, wo aufgrund des fehlenden Schutzwaldes Siedlungsgebiete oder Verkehrswege besonders gefährdet waren, sorgt die Wildbach- und Lawinenverbauung in Zusammenarbeit mit dem Forst für entsprechenden Schutz.

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Geisler lobte auch das "Zusammenspiel aller Kräfte" im Katastrophenmanagement. Massiv gefordert waren die Einsatzkräfte im Bezirk, die Einsatzleitung und die Behörde unter der Führung von Bezirkshauptfrau Olga Reisner sowie das Baubezirksamt und die Agrar Lienz. Gesperrte Straßen, weggerissene Ufersicherungen und überflutete landwirtschaftliche Flächen mussten freigeräumt, wiederhergestellt und rekultiviert werden. (TT.com)


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