„Wasserstoff-Korridore" geplant: Tirol bringt Zukunftsprojekt auf Schiene

Unter der Leitung von Ex-BBT-Vorstand Bergmeister will die Landesregierung ihre bereits angekündigte Wasserstoffstrategie ausarbeiten. Es gehe im Transportsektor neben Tankstellen auch um die Errichtung von „Wasserstoff-Korridoren".

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LHStv. Josef Geisler (ÖVP) verwies in Bezug auf die Wasserstoffstrategie unter anderem auf das anstehende Projekt bei der Zillertalbahn.
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Innsbruck – Die Tiroler Landesregierung will ihre angekündigte Wasserstoffstrategie nun endgültig auf Schiene bringen. Geplant ist, dass nach Analyse der Ist-Situation in den Landesteilen bis Mitte 2020 eine „Prioritätenliste“ steht und nach Kenntnis der Gesamtkosten bei der EU um Fördergelder angesucht wird.

In Bezug auf das damit angesprochene EU-Förderansuchen betonte Günther Platter (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz nach der Regierungssitzung, dass man hier durchaus unter Zeitdruck stehe. „Die Qualität geht aber dennoch vor“, erklärte der Landeshauptmann. Leiten soll das Projekt Ex-Brennerbasistunnel-Vorstand Konrad Bergmeister. Mit ihm habe man eine Person zur Seite, die enormes „Know-how in den Bereichen Wasserstoff und EU-Förderungen“ habe, so Platter.

Analyse der Ist-Situation in der Euregio

Ebenjenes Know-how möchte Bergmeister jetzt dazu nützen, eine fundierte Analyse der technologischen Ist-Situation und der Umstände in Tirol, Südtirol und Trentino vorzunehmen. „Wir müssen unter anderem genau schauen, welche technologischen Möglichkeiten es bei Fahrzeugen wie Lkw und Bussen gibt“, so Bergmeister. Zudem gehe es etwa darum, sich zu fragen, wie die Wasserstoff-Tankstellen gestaltet werden sollen.

Einen weiteren Teilbereich der Wasserstoffstrategie stellte Umweltlandesrätin und LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) vor. Es gehe nunmehr um die Errichtung von „Wasserstoff-Korridoren“. Mit Wasserstoff soll eine „fossilfreie Möglichkeit beim Transport“ gewährleistet werden - und zwar dort, wo die Schienen nicht hinführen, so Felipe. „Dekarbonisierung“ sei auch das künftige Schlagwort bei Bussen und Dampfbahnen, ergänzte die LHStv.

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Geisler nennt Zillertalbahn und Handelskette als Beispiele

LHStv. Josef Geisler (ÖVP) nannte diesbezüglich anstehende Wasserstoff-Projekte bei der Zillertalbahn. Auch ein großer Tiroler Player im Supermarktsegment überlege seine Lkw-Flotte zu dekarbonisieren, berichtete Geisler. „Wir brauchen jetzt jedenfalls klar definierte Projekte und Konzepte“, stellte er fest. Im Moment sei, dank des Green Deals der EU und neuer Bundesregierung, ein gutes „Zeitfenster“, betonte er. Einer Ansicht, der sich auf Josef Margreiter anschloss, der dem Projektträger Lebensraum Tirol Holding vorsteht. „Wir sind jedenfalls startklar für das Wasserstoffprojekt“, so der ehemalige Chef der Tirol Werbung. (TT.com, APA)


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