Nach Grabenkampf: Anzengruber soll neuer Vizebürgermeister werden

Die Innsbrucker Volkspartei rauft sich nach parteiinternen Differenzen offenbar wieder zusammen. Vizebürgermeister Gruber soll sich offenbar noch im Februar zurückziehen und Parteichef Appler wieder Klubobmann werden.

Ein Bild aus 2019: Franz Gruber, Christoph Appler und Johannes Anzengruber drehen auch 2020 am Personalkarussel.
© Oevp

Von Marco Witting

Innsbruck – Das interne Karussell der Innsbrucker ÖVP dreht sich wieder. Nach der jüngsten Revolte, die Stadtparteiobmann Christoph Appler aus dem Gemeinderat geschleudert hat, zeichnet sich nun eine neue Lösung ab. Demnach könnte nun GR Johannes Anzengruber, vor einem Jahr als Klubobmann abgeschossen, neuer Vize-Bürgermeister werden. Möglich machen soll das ein frühzeitiger Rücktritt von Vize-BM Franz Gruber, der nun schon im Februar seine Ämter zurücklegen wird. So der Plan – es ist letztlich der einzige Plan, den man nach intensiven Verhandlungen in den vergangenen Tagen zustande gebracht hat.

Dabei ist es auch für erfahrene politische Beobachter gar nicht so einfach, den Überblick über die internen Querelen zu behalten. Jedenfalls soll bereits morgen der Stadtparteivorstand tagen und über einen „Lösungsvorschlag abstimmen“, wie es recht kryptisch in einer Aussendung heißt. Stadtparteiobmann Christoph Appler gibt darin das Ziel vor, „die Innsbrucker Volkspartei wieder in ruhigere Fahrwasser zu bringen“.

Offiziell wollte niemand mehr zu diesem Lösungsvorschlag sagen. Jeder der Beteiligten verwies gestern auf die entsprechenden Gremien. Im Detail brachten wohl die Landespartei und Appler das Karussell wieder in Schwung.

In der heutigen Gemeinderatssitzung wird GR Mariella Lutz als Klubobfrau ernannt. Das dürfte aber schon im Februar wieder Geschichte sein. Vize-BM Gruber, der sich – wie ein Insider erklärt – für die Partei „wieder geopfert habe“, legt seine Ämter wohl zwei, drei Monate früher zurück und macht den Weg für eine Rückkehr von Appler frei. Der könnte dann im Februar wieder Klubobmann werden. Und Anzengruber soll der Vorschlag der ÖVP für den Vize-Bürgermeistersessel sein. Doch damit würde der Arbeitnehmerflügel AAB, der ja GR Andreas Wanker für diese Position ins Spiel gebracht hat, durch die Finger schauen. Auch gestern Abend (nach Redaktionsschluss) wurde noch intern diskutiert und debattiert.

Appler meinte gegenüber der TT, dass „wir eine Lösung gesucht haben, die die Partei nicht zerreißt“. Diese möglichst tragfähige Lösung sei nun gefunden und er wolle vom Parteivorstand einen Beschluss erhalten. Anzengruber gab sich ebenfalls wortkarg. „Es gibt bei fünf Gemeinderäten verschiedene Konstellationen. Unsere Aufgabe ist es, eine gute Politik für die Innsbrucker zu machen.“


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