Heimische Wirtschaft wuchs auch im vierten Quartal nur schwach

BIP stieg um 0,3 Prozent gegenüber Vorquartal und im Gesamtjahr 2019 um 1,6 Prozent. Die Industriekonjunktur sackte zuletzt nicht mehr weiter ab. Das Wachstum wird weiter von der Binnennachfrage gestützt.

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© Christian Charisius

Wien - Auch Ende 2019 war das Wachstum in Österreich schwach. Die Wirtschaftsleistung expandierte im 4. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent, nach je 0,2 Prozent in den zwei Vierteljahren davor. Im Jahresabstand bremste sich das BIP-Plus von 1,6 auf 1,1 Prozent ab, so die Schnellschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) von Donnerstag. Im Gesamtjahr 2019 betrug das Plus 1,6 Prozent.

Der anhaltende Rückgang der Industriekonjunktur hat die gesamtwirtschaftliche Dynamik gedämpft, während die Dienstleistungen das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) stabilisiert haben, wie das Institut zum Schlussquartal erläuterte. 2019 hatte die heimische Wirtschaft ab Jahresbeginn schrittweise an Fahrt verloren, stabilisierte sich aber zu Jahresende auf niedrigem Niveau. Das reale BIP-Wachstum von 1,6 Prozent nach vorläufiger Berechnung liegt etwas unter der bisherigen Prognose des Wifo (von plus 1,7 Prozent im Dezember), deckt sich aber mit der damaligen Annahme des Instituts für Höhere Studien (IHS).

BIP real nach Quartalen - Wachstum zum Vorquartal und zum Vorjahresquartal.
© APA-Grafik

Binnennachfrage als Konjunkturstütze

Im 4. Quartal stützte laut Wifo die Binnennachfrage weiter das BIP-Wachstum. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte stiegen um 0,3 Prozent, die öffentlichen Konsumausgaben um 0,4 Prozent. In Summe expandierte der Konsum um 0,3 Prozent. Auch die Bruttoanlageinvestitionen wurden ausgeweitet - um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, nach je plus 0,3 Prozent in den beiden Vierteljahren davor. Die Nachfrage der Firmen nach Ausrüstungs- und Bauinvestitionen war zuletzt stabil, nachdem die Dynamik seit Jahresbeginn an Schwung verloren hatte.

"Mit der Schwäche des Welthandels blieb auch das Exportwachstum mäßig", erklärte das Wifo - die Exporte wuchsen wie im 3. auch im 4. Quartal nur um 0,3 Prozent, nach im Schnitt noch plus 0,6 Prozent im 1. Halbjahr. Die Importe legten im Schlussquartal ebenfalls um 0,3 Prozent zu, sodass der Wachstumsbeitrag der Außenwirtschaft leicht negativ war.

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Industrie schwächelt noch immer

"Die Industriekonjunktur befindet sich weiterhin in einer Schwächephase", konstatiert das Wifo. Dabei sei es aber zuletzt zu keiner weiteren Beschleunigung des Rückgangs gekommen. Die Sachgüterzeugungs-Wertschöpfung sank im 4. Quartal um 0,3 Prozent, nach -0,5 Prozent im 3. Quartal. In der Bauwirtschaft verlief die Konjunktur weiterhin solide, die Wertschöpfung stieg zuletzt um 0,2 Prozent. Ebenso unterstützten die Dienstleistungen das Wirtschaftswachstum.

Im Handel wurde die Wertschöpfung, ähnlich wie in den Quartalen davor, um 0,3 Prozent ausgeweitet. Auch im Bereich Beherbergung und Gastronomie verlief die Konjunktur laut Wifo weiter robust, die Wertschöpfung stieg um 0,5 Prozent. Die Marktdienstleistungen insgesamt wuchsen damit um 0,5 Prozent. (APA)


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