Nach Grabenkämpfen: Innsbrucker VP-Vorstand segnete Lösung ab

Der Stadtparteivorstand der ÖVP hat sich am Donnerstagabend wie erwartet darauf verständigt, dass Johannes Anzengruber Nachfolger von Vizebürgermeister Franz Gruber wird, der sich mit Ende Februar zurückzieht. Christoph Appler wird wieder Klubobmann.

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Ein Bild aus 2019: Franz Gruber, Christoph Appler und Johannes Anzengruber.
© ÖVP

Innsbruck – Die heftigen Grabenkämpfe in der Innsbrucker ÖVP haben vorerst ein Ende gefunden. Die Schwarzen haben sich wie zu erwarten auf einen Kompromiss geeinigt. Nachdem der bisherige Partei- und Klubchef Christoph Appler aus dem Gemeinderat geflogen war, segnete der Parteivorstand am Donnerstagabend folgende Lösung ab: Appler wird doch wieder Klubobmann, Vizebürgermeister Franz Gruber legt mit Ende Februar sein Amt nieder und Johannes Anzengruber soll ihm nachfolgen. Reinhold Falch, der den Tiroler Seniorenbund im Gemeinderat vertritt, wird stellvertretender Klubobmann.

Es handle sich um eine „tragfähige Lösung", meinte Parteichef Appler am Freitag bei einer Pressekonferenz. Insgesamt sei im Zeitraum bis zu dieser Entscheidung „großer Schaden für die Partei" entstanden, räumte Appler ein. Mit der am Donnerstag einstimmig abgesegneten Lösung könne es jetzt aber gelingen, „als Volkspartei wieder an die Spitze der bürgerlichen Kräfte" zu gelangen, so Appler. Dazu müsse man ab sofort auf „Sacharbeit" setzen und den bereits eingeleiteten Partei-Reformprozess überarbeiten und neu durchstarten", fügte der Stadtparteichef hinzu.

„Noch liegt Pulverdampf in der Luft"

Seinen vorzeitigen Rückzug - ursprünglich war dieser erst für April geplant gewesen - sah Gruber als seinen Beitrag, die Grabenkämpfe ruhen zu lassen. „Noch liegt Pulverdampf in der Luft", meinte Gruber und erklärte, dass es nun darum gehe, „der Stadt-ÖVP eine gute Zukunft zu ermöglichen".

Ein wichtiger Teil der Stadt-ÖVP-Zukunft ist dabei jedenfalls Gemeinderat Anzengruber, der statt dem von den vier ÖVP-Gemeinderäten noch vor kurzem forcierten Andreas Wanker Vizebürgermeister werden soll. „Das ist kein einfacher Job, ich habe Respekt davor", führte Anzengruber aus. Nach den „intensiven Gesprächen der letzten Tage" sei aber klar geworden, dass eine „breite Basis" auch ihn als Vizebürgermeister mittrage. Es gehe nun auch darum „Vertrauen wieder aufzubauen", waren sich Anzengruber und Appler einig. Anzengruber muss noch im Gemeinderat gewählt werden.

Eskalation nach Winkels Rückkehr-Ankündigung

Zur Eskalation innerhalb der Stadt-ÖVP war es vor zwei Wochen gekommen, als die beurlaubte Gemeinderätin Birgit Winkel ankündigte, wieder in das Kommunalparlament zurückzukehren. Damit schied der amtierende Stadtparteiobmann und Klubobmann Appler aus dem Gemeinderat aus. Winkel hatte Anfang 2019 ihren Platz geräumt, damit der damals frisch gekürte geschäftsführende Parteiobmann Appler in den Gemeinderat einziehen kann. Appler galt als logischer Nachfolger Grubers als Vizebürgermeister.

Nach dem Ausscheiden Applers aus dem Gemeinderat wurde Andreas Wanker als neuer Vizebürgermeisterkandidat vorgeschlagen – mit Unterstützung von AAB, JVP, ÖVP-Frauen und Wirtschaftsbund. Appler sprach in der Folge von einer „Intrige". Man versuche unter Umgehung aller Parteigremien Wanker als Vizebürgermeister zu installieren. (TT.com, APA)


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