WSG Tirol krämpelt die Ärmel hoch: „Aufgeben ist nie ein Thema“

Der letzte Test gegen ZSKA Moskau soll der WSG Swarovski Tirol heute (17 Uhr) den Weg ins Frühjahr weisen. In Spanien mischt sich Altes mit Neuem.

Stille Wasser gründen tief – im kalten Hotelpool schritt das ruhige Duo Sandro Neurauter (l.) und Sebastian Santin zur Frischzellenkur.
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Von Alex Gruber

Orihuela, Dehesa de Campoamor – Wer könnte mehr über die WSG erzählen als Benjamin Pranter und Florian Toplitsch, die beide im Sommer 2011 nach Wattens kamen und sich noch an den verschossenen Hobel-Elfmeter in der Relegation gegen BW Linz erinnern können. Hätte der Torjäger damals getroffen, hätten die Beiden in der Kristallweltenmetropole womöglich in Liga zwei begonnen und nicht fünf Jahre in der Regionalliga, drei in der 2. Liga und das erste Jahr in der Bundesliga verbracht.

Mit „hätti, wari, täti“ halten sich aber weder der Benni noch der „Topo“ auf. Die Beiden teilen jetzt sogar das Zimmer, nachdem die alten Partner Lukas Katnik (Pranter) und Andreas Dober (Toplitsch) abhandengekommen sind. „Aufräumen verboten, Schokolade wird geteilt“, erklären die Routiniers die „wichtigsten“ Zimmerregeln. Und gegen alle Kritik sind sie nach langen Jahren in der Bundesliga angekommen. „Ich bin stolz auf unseren Weg“, sagt Pranter zu Recht: „In Wattens hat es immer zusammengepasst und ich konnte in eine wichtige Rolle hineinwachsen.“ Dass der Konkurrenzkampf härter wird, gehört zum Geschäft. Und insbesondere einer wie Toplitsch („Wir haben coole neue Typen“) weiß, wie man die Ärmel hochkrempeln muss: „Aufgeben ist nie ein Thema.“

Ist in Campoamor bei perfekten Bedingungen heiß auf jeden Ball – Thanos Petsos feiert heute gegen ZSKA Moskau sein Debüt im WSG-Dress.
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Der Druck, im Titelkampf der zweiten Liga liefern zu müssen und im Abstiegskampf der Bundesliga als Aufsteiger gefordert zu sein, begleitete die WSG-Kicker das ganze letzte Jahr über und hinein ins neue. Auch Veränderungen gehören 2020 zum Geschäft. Womit man am heutigen Tag bei Thanos Petsos wäre, der bei der Pflichtspiel-Generalprobe gegen ZSKA Moskau sein Debüt im WSG-Dress feiert. „Es ist ein Neustart und ich will endlich wieder befreit aufspielen“, sagt der 28-jährige Mittelfeldstratege nach „keiner einfachen Zeit“ und einem halben Jahr ohne Club. Die Passqualitäten von Petsos, der schon für Kaiserslautern, Leverkusen, Bremen oder Rapid spielte, sind unübersehbar, er soll der WSG auch mehr Ruhe verleihen. „Wir müssen mutig sein und dürfen keine Angst haben“, sagt der Grieche, der ZSKA nach Beobachtungen mit den Kollegen vom Niveau auf Augenhöhe mit Red Bull Salzburg sieht: „Es ist für jeden eine Chance. Wir dürfen uns nicht verstecken und müssen positiv bleiben.“ WSG-Coach Thommy Silberberger notiert: „Unsere Aufstellung geht in Richtung Lustenau-Match (Pflichtspielauftakt im ÖFB-Cup am 8. Feber, Anm.).“

Das Kommen und Gehen im Leben wurde einem im Trainingslager in Spanien auch wieder vor Augen geführt. Während Sandro Neurauter mit strahlenden Augen von nahenden Vaterfreuden verrät, musste Sportmanager Stefan Köck wegen eines Todesfalls in der Familie vorzeitig abreisen.


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