„Gar nicht schlecht": Schröcksnadel Fan von Feller-Rap

Der ÖSV-Präsident meinte allerdings, den letzten Satz hätte Feller weglassen können. Der Alpin-Techniker hatte sich in der Vorwoche in einer Instagram-Story an Kritiker gewandt, die er in einem Rap als „Möchtegern-Trainer" bezeichnete.

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel
© Thomas Böhm

Wien – ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel kann mit Manuel Feller mitfühlen. Der Alpin-Techniker hatte sich in der Vorwoche in einer Instagram-Story an Kritiker gewandt, die er in einem Rap als "Möchtegern-Trainer" bezeichnete. "Irgendwann musst du den Frust los werden", meinte der Skiverbands-Präsident am Mittwoch bei einem Medientermin in Wien. Künstlerisch sei Fellers Darbietung "gar nicht schlecht" gewesen.

"Und mit den Neidern hat er ja Recht", betonte Schröcksnadel, dass er Fellers Reaktion nachvollziehen könne. Der Ski-Rennläufer habe schließlich noch mit den Folgen seines Bandscheibenvorfalls vom Dezember und Trainingsrückstand zu kämpfen. Das würden diejenigen, die ihn kritisieren, nicht beachten.

"Den letzten Satz hätte er weglassen können", fügte Schröcksnadel allerdings hinzu. Für das Ende des Videos, in dem er auf Englisch explizite Worte verwendete und den Mittelfinger zeigte, hatte sich Feller bereits kurz darauf entschuldigt. Schröcksnadel empfahl Feller, sich weniger auf Social Media denn aufs Rennfahren zu konzentrieren. "Das soll er dann lesen, wenn er Erfolg hat. Sonst soll er es weglassen", sagte er.

"Ich will das nicht mehr"

Das dürfte ohnehin der Plan von Feller sein. Der Tiroler, der am Sonntag beim Riesentorlauf in Garmisch-Partenkirchen als 28. bester Österreicher war, erklärte sich nach dem Rennen wie folgt: "Schlussendlich war es von meiner Seite ein Ausdruck gegen die ganzen Hasskommentare. Ich habe in dem Moment entschieden: Ich will das nicht mehr, ich stelle meine Kommentare und Nachrichten ein, so gut es geht, und beende das Ganze mit einem großen Knall."

Für die letzten fünf Sekunden des Videos entschuldigte sich Feller bei der Gelegenheit noch einmal. "Wenn irgendwer jemandem den Mittelfinger zeigt, dann soll er den Zeigefinger dazu nehmen und auf seine Hand schauen.

Dann sieht er das, was die heutige Gesellschaft nötiger hat als je zuvor: Friede und Gemeinschaft", meinte Feller. "Um das geht es in der Musik und auch im Sport. Leider gerät das in Vergessenheit."

Kein "Hire and Fire"

Nach dem schlechtesten Riesentorlauf-Ergebnis von Österreichs Ski-Herren in der Weltcup-Geschichte hat Verbandspräsident Peter Schröcksnadel personelle Konsequenzen im Trainerstab fürs Erste ausgeschlossen. Er sei kein Anhänger der Hire-and-Fire-Methode, meinte der Tiroler am Mittwoch bei einem Medientermin in Wien. "Wir haben gute Trainer. Wir vertrauen ihnen", sagte er.

Obwohl es für die ÖSV-Herren auch in den anderen Riesentorläufen der Saison ergebnismäßig nicht nach Wunsch gelaufen ist, habe er weiter Vertrauen in die Läufer sowie deren Betreuer, betonte Schröcksnadel. Es werde aber nicht nach einem Sündenbock gesucht. "Das tun wir nicht, hire and fire, nur dass irgendeiner schuld ist. Das brauchen wir nicht", erklärte der 78-Jährige. (APA)


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