Die WSG, der FC Wacker und der Traum vom Tiroler Cup-Halbfinale

Der FC Wacker Innsbruck eröffnet das ÖFB-Cup-Viertelfinale heute (18 Uhr) in St. Pölten. 
Die WSG Tirol ist morgen (15 Uhr) in Lustenau am Zug. Ein Tiroler Derby im Halbfinale wäre ein Hit.

Bringt beim FC Wacker wieder ein neues Element ins Spiel – Heimkehrer Matthäus Taferner.
© GEPA pictures/ Christian Ort

Von Alex Gruber

SKN St. Pölten – FC Wacker Innsbruck, Freitag 18.00 Uhr

Der Konjunktiv spielt nicht Fußball. Deswegen kommentierte Wacker-Coach Thommy Grumser den Blick in die Glaskugel und angesprochen auf ein mögliches Halbfinale gegen die WSG kurz und knapp: „Davon brauchen wir nicht zu sprechen. Jetzt müssen wir einmal das Viertelfinale spielen.“

Beim Bundesligisten in Niederösterreich, der nach überstandener Transfersperre durchaus umtriebig war, braucht die junge Wacker-Elf mit Heimkehrer Matthäus Taferner einen Sahnetag und alles, was sich grundsätzlich im Frühjahr verbessern soll: „Abstellen individueller Fehler, besseres Verteidigen gegnerischer Standardsituationen und effizientere Verwertung der eigenen Chancen“, zählt Grumser auf.

„Es war in der Vorbereitung alles auf dieses Match ausgerichtet. Es ist eine Riesenchance für uns“, diktierte Kapitän Lukas Hupfauf vor der Abreise nach St. Pölten, wo gestern dank Entgegenkommens des Unterhaus-Vereines SC Pyhra noch auf Naturrasen trainiert werden konnte. Ein mögliches Tirol-Derby in der Runde der letzten vier ließ auch der „Hupfi“ noch außen vor: „Wir träumen vom Halbfinale, aber wie der Gegner dann heißt, ist mir egal.“

Der FC Wacker rüstete nach dem Abgang von Felix Bacher, der in der Spieleröffnung durchaus fehlen könnte, mit Raffael Behounek nach. Der 22-jährige Innenverteidiger mit Gardemaß (187 cm), der diese Saison sechs Bundesliga-Partien absolviert hat, kommt vom SV Mattersburg. Heute müssen es in der NV-Arena klarerweise noch andere richten.

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In der Torhüterfrage dürfte vorerst Lukas Wedl die Nase vorn haben, im Mittelfeld hat Grumser nicht zuletzt wegen Taferner die noch größere Qual der Wahl: „Es ist schwer, zur Startelf zu gehören.“ Das Wichtigste bleibt im Fußball das Resultat. Und da müsse man auf großteils gute Leistungen im Herbst im Frühjahr ergebnistechnisch „einen Schritt nach vorne“ machen. Am besten schon heute beim Pflichtspielauftakt 2020 mit einer schwarz-grünen Cup-Sensation, die weitere Träume nährt.

Uniqa ÖFB-Cup - Viertelfinale

Freitag: St. Pölten - FC Wacker 18.00 Uhr (live ORF Sport+)

Samstag: Lustenau - WSG Tirol 15.00 Uhr (live ORF Sport+)

Samstag: LASK - Sturm Graz 18.00 Uhr (live ORF 1)

Sonntag: Amstetten - RB Salzburg 18.00 Uhr (live ORF 1)

Austria Lustenau – WSG Swarovski Tirol, Samstag 15.00 Uhr

Landen, kurz durchschnaufen und schon wieder weiterfahren – so sah der Plan der WSG Tirol nach der gestrigen Heimkehr aus Spanien (13.30 Uhr) und vor der heutigen Abfahrt (ca. 17 Uhr) ins Ländle aus. Zuvor wird am Kunstrasen in Mils noch trainiert.

„Wir haben uns definitiv verstärkt, die Dichte im Kader ist größer geworden und wir freuen uns, dass es losgeht“, notiert Sportmanager Stefan Köck, der vor dem Viertelfinale bei Zweitligist Austria Lustenau auch gleich klarstellt: „Spaziergang wird das sicher keiner. Aber unser Anspruch muss es sein, mit einem souveränen Auftritt drüberzukommen.“

1992/93 war die WSG Wattens mit Spielern wie Thomas Eder und Torschütze Kurt Stanger zuletzt in einem ÖFB-Cup-Viertelfinale vertreten und musste sich dem Favoritner AC mit 1:4 beugen. Der Einzug ins Halbfinale wäre 2020 ein historisches Novum. Ob’s dann ein heißes Tirol-Derby gegen den FC Wacker im Tivoli sein darf, lässt WSG-Coach Thommy Silberberger zur Stunde auch noch außen vor: „Wer im Halbfinale kommt, ist mir wurscht. Aber ein Heimspiel und volles Tivoli wären natürlich ein Traum.“

Die Hürde in Lustenau ist seitens des Bundesliga-Aufsteigers aus Tirol auch mit der größeren Erfahrung im Kader mit den Neuzugängen Fabian Koch, Bruno Soares, Thanos Petsos und Stefan Maierhofer zu überspringen. Die WSG weist dadurch bei ruhenden Bällen auch eine gesteigerte Lufthoheit vor. Ein Faktor, auf den Silberberger im nahenden Abstiegskampf besonderen Wert legt. „Wir sind mit unseren Neuverpflichtungen auch taktisch variabler geworden“, hält Köck fest. Auch der ein oder andere, dem jetzt vorerst die Bank drohen könnte, sei gefragt: „Es müssen sich alle einbringen. Wir werden im Frühjahr bei Sperren und Verletzungen jeden brauchen.“

Entwarnung gab es gestern bei Innenverteidiger Stefan Hager, der sich im letzten Training in Spanien eine Handgelenksverletzung zugezogen hat. Der 25-jährige Zirler ist einsatzfähig.


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