FC Wacker steht nach Elferkrimi im Halbfinale des ÖFB-Cups

Nach den Wölfen vom WAC bissen sich gestern auch jene aus St. Pölten im ÖFB-Cup-Viertelfinale am FC Wacker die Zähne aus. Nach einer unglaublichen Partie siegten die Tiroler im Elfmeterschießen.

Riesenjubel bei den Wacker-Spielern und -Verantwortlichen nach dem Sieg im Elfmeterschießen.
© GEPA pictures/ Christian Ort

Aus St. Pölten: Tobias Waidhofer

Als Murat Satin um 20.46 Uhr den entscheidenden Elfmeter in den Maschen versenkte, brachen alle Dämme. Der FC Wacker belohnt sich nach einem tollen Pokal-Fight in St. Pölten und steht – zwischenzeitlich mehrmals abgeschrieben – sensationell im ÖFB-Pokal-Halbfinale. Nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit hatte es nach Verlängerung 3:3 gestanden.

Im Elfmeterschießen zeigten sich die Tiroler Schützen allesamt eiskalt – zum Helden avancierte indes Keeper Lukas Wedl, der einen Versuch von Messerer parierte. „Es war das unfassbarste Spiel, das ich je gespielt habe. Wir sind immer wieder zurückgekommen“, meinte der Goalie euphorisiert. „Wir sind so eine geile Truppe.“ Den Jubel in der Wacker-Kabine hörte man jedenfalls bis in die Mixed Zone im Herzen der NV Arena.

So feierten die Wacker-Spieler in der Kabine:

Aber von Anfang an: Auch wenn die knapp 800 nach St. Pölten mitgereisten Wacker-Fans schon vor dem Anpfiff – aus Protest gegen die Terminansetzung des ÖFB – ein Feuerwerk auf der Tribüne abbrannten, war von einem solchen am Rasen vorerst nichts auszumachen.

Doch in der 41. Minute fand das Leder nach Hupf­auf-Einsatz den Weg zu Raphael Gallé, dessen Stanglpass Atsushi Zaizen in der Mitte technisch stark zum 0:1 ins Netz „streichelte“. Im zweiten Durchgang musste St. Pölten natürlich kommen, doch es waren vorerst die Innsbrucker, die anklopften: In der 50. Minute scheiterte Gallé, ein Köchl-Treffer wurde kurz danach wegen einer angeblichen Abseitsstellung von Vorbereiter Zaizen aberkannt – eine klare Fehlentscheidung.

Turbulente Schlussphase in regulärer Spielzeit

Es sah trotzdem gut für den FC Wacker aus, bis sich Ingolitsch in den Strafraum dribbelte, nach einem Zweikampf mit Karim Conte fiel und einen mehr als schmeichelhaften Elfmeter zugesprochen bekam. Daniel Luxbacher verwandelte und traf zum 1:1 (71.). Es war die zweite Fehlentscheidung von Christopher Jäger, der dann auch bei einer möglichen Gelb-Roten Karte gegen St. Pöltens Davies Gnade vor Recht ergehen ließ. In der Nachspielzeit schien Klarer mit dem 2:1 der Siegtreffer gelungen zu sein. War das Match nun also vorbei? Von wegen! „Joker“ Ertugrul Yildirim traf zum 2:2 (96.).

Die Verlängerung startete mit einem gefährlichen Satin-Freistoß (93.). Doch in der 94. Minute stieg Pak am höchsten und nützte seine körperliche Wucht zum 3:2. Konnte der FC Wacker noch einmal zurückschlagen? Dass die Antwort „Ja“ lautete, passte zum Abend: Nach einem zweifelhaften Foul an Faleye verwandelte Murat Satin einen Elfmeter in der 120. Minute zum 3:3-Ausgleich. Ein Fall von ausgleichender Gerechtigkeit.

Im Elfmeterschießen strich der FC Wacker dann den gerechten Lohn für einen großen Pokal-Abend ein.

Ergebnis ÖFB-Cup-Viertelfinale

SKN St. Pölten - FC Wacker Innsbruck 3:5 i.E. (3:3,2:2,0:1).

St. Pölten, NV-Arena, SR Jäger. Tore: Luxbacher (71./Elfmeter), Klarer (90.+1), Pak (94.) bzw. Zaizen (42.), Yildirim (90.+6), Satin (120./Elfmeter)

Samstag: Lustenau - WSG Tirol 15.00 Uhr (live ORF Sport+)

Samstag: LASK - Sturm Graz 18.00 Uhr (live ORF 1)

Sonntag: Amstetten - RB Salzburg 18.00 Uhr (live ORF 1)

Bei St. Pölten hatte Trainer Alexander Schmidt mit dem starken Klarer, Meister, Carius und Nico Gorzel vier Neuzugänge aufgeboten. Bei den Innsbruckern begann der auf Leihbasis von Dynamo Dresden nach Tirol zurückgekehrte Matthäus Taferner.

Beiden Teams war vor 2687 Zuschauern die lange Pause vor allem zu Beginn der Partie, in der viele Abspielfehler und andere Ungenauigkeiten zu sehen waren, anzumerken. Das Match verlief nach der Pause ausgeglichener, wobei der SKN die meiste Zeit doch Oberwasser hatte. Bitter für St. Pölten war, dass Goalie Christoph Riegler in der 90. Minute angeschlagen raus musste.


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