Enges Rennen um den Titel: „Wir müssen nicht Meister werden“

Kein Sieger, aber auch kein Verlierer: Das 0:0 im Spitzenspiel zwischen Bayern München und Leipzig analysierten alle Beteiligten positiv. „Wir grüßen von der Tabellenspitze, deswegen war es kein schlechter Sonntag für den FC Bayern“, meinte etwa Bayerns Vize-Kapitän Thomas Müller.

ÖFB-Teamspieler David Alaba gehörte zu den besten Bayern-Akteuren.
© CHRISTOF STACHE

München – Hansi Flick blickt nach der mühevoll verteidigten Tabellenspitze einem engen Rennen um die deutsche Meisterschaft entgegen. „Die Bundesliga ist dieses Jahr, und das wollen ja alle haben, sehr, sehr spannend. Es gibt einige Mannschaften, die die Möglichkeit und die Qualität haben, Meister zu werden“, betonte der Trainer des FC Bayern nach dem 0:0 in München im Liga-Gipfel gegen RB Leipzig.

Die angestrebte Machtdemonstration des deutschen Serienmeisters, bei dem ÖFB-Star David Alaba als Abwehrchef der stärkste Mann auf dem Platz war, blieb am Sonntag zwar aus, doch das Münchner Minimalziel wurde immerhin erreicht. „Wir grüßen von der Tabellenspitze, deswegen war es kein schlechter Sonntag für den FC Bayern“, meinte Vize-Kapitän Thomas Müller. „Wir sind diesen einen Punkt vorn, jetzt geht es weiter. Wenn wir in der Winterpause gewusst hätten, dass wir nach dem Spiel Tabellenführer sind, hätten wir es unterschrieben.“

Vier Teams innerhalb von vier Punkten

Vier Punkte hatte Leipzigs Vorsprung nach der Hinrunde betragen. Bayern (43 Punkte), Leipzig (42), Borussia Dortmund (39) und Mönchengladbach (39) lautet nun nach dem vierten Spieltag die Reihenfolge an der Tabellenspitze, wobei Gladbach noch das am Sonntag wegen des Sturmtiefs „Sabine“ abgesagte Heimspiel gegen Köln nachholen muss.

Die Bayern durften sich vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena nach einem dominanten Start glücklich schätzen, dass der ambitionierte Herausforderer nach der Pause beste Chancen ausgelassen hatte. Allen voran der deutsche Teamstürmer Timo Werner, der freistehend vor Nationalteamkollege Manuel Neuer vergab.

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„In so einem Spiel muss man solche Bälle reinmachen, um gewinnen zu können“, wusste Werner. Aber: „Am Ende gehen wir mit einem 0:0 raus, mit dem wir zufrieden sein können.“ Zumal auf der Bayern-Seite auch Leon Goretzka nach feinem Zusammenspiel mit Robert Lewandowski den Siegtreffer auf dem Fuß hatte. „Das war eine Großchance, normalerweise mache ich den rein, auch wenn der Torwart gut reagiert hat“, haderte Goretzka.

Nagelsmann: „Wir würden gerne unter die ersten Vier kommen“

Wie Flick mochte auch dessen Leipziger Trainerkollege Julian Nagelsmann dem spannenden, aber nicht hochklassigen Topspiel keine Bedeutung für den Titelkampf zugestehen. „Wir müssen nicht Meister werden“, sagte der 32-Jährige wieder einmal. „Wir würden gerne unter die ersten Vier kommen.“ Damit würde Leipzig erneut in der Champions League spielen.

Von einem gefühlten Sieger oder gefühlten Verlierer wollte Nagelsmann ebenfalls nicht sprechen. Aber der mutige Auftritt nach der Pause könnte trotz nun schon vier Pflichtspielen ohne Sieg reichlich Zuversicht bringen. Das sahen auch die RB-Spieler so. „Unsere Position ist nicht schlechter geworden. Die Tabelle ist eng, das tut dem deutschen Fußball gut“, bekräftigte der starke Tormann Peter Gulacsi. (APA)


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