AK Tirol warnt: FinanzOnline liefert derzeit falsche Ergebnisse

Wer derzeit online seinen Steuerausgleich macht, sollte sich auf die angezeigte Vorberechnung des Betrags nicht verlassen. Wegen eines Programmierfehlers werden falsche Zahlen ausgespuckt, warnt die Arbeiterkammer.

Die Arbeitnehmerveranlagung kann längst auch im Internet erledigt werden.
© TT/Boehm

Innsbruck – Die Österreicher haben im vergangenen Jahr so viel Lohnsteuer gezahlt wie in den letzten zehn Jahren nicht mehr. Grund genug, sich Anfang des neuen Jahres einen Teil des Geldes von Vater Staat zurückzuholen. Wer derzeit seine „Arbeitnehmerveranlagung", wie der Steuerausgleich korrekt heißt, im Internet macht, sollte laut Arbeiterkammer Tirol (AK) jedoch Vorsicht walten lassen.

Derzeit hakt es nämlich bei der Funktion „Vorberechnung“, die den zu erwartenden Betrag anzeigt, berichtet die AK am Montag in einer Aussendung. Wegen eines Programmierfehlers seien etwa der im Jahr 2019 eingeführte Familienbonus Plus sowie der Alleinverdiener-/erzieherabsetzbetrag entweder gar nicht oder in unrichtiger Höhe ausgewiesen. Es komme demzufolge zu großen Unsicherheiten bei den Steuerpflichtigen, wenn diese eine Gutschrift erwarten und sich dann auf dem Bildschirm mit einer Nachzahlung konfrontiert sehen, so die AK.

Wurde beispielsweise der Familienbonus Plus bereits 2019 während des Jahres beim Arbeitgeber beantragt, so wird dieser laut AK bei der Vorberechnung fälschlich nicht mehr berücksichtigt – dementsprechend scheint eine sehr hohe Steuernachzahlung auf.

AK fordert rasche Behebung des Fehlers

Die Arbeitnehmervertreter fordern vom Finanzministerium eine rasche Behebung des Programmierfehlers. Bis dahin solle das Ministerium einen Vermerk bei FinanzOnline anbringen, dass die Funktion „Vorberechnung“ derzeit nicht funktioniert oder diese vorübergehend überhaupt deaktivieren, so die AK.

Die Arbeitnehmerveranlagung für das Steuerjahr 2019 kann gemacht werden, sobald der Jahreslohnzettel des Arbeitgebers, der Pensionsversicherungsanstalt, der Krankenkasse oder des AMS beim Finanzamt aufliegt. Das ist normalerweise bis spätestens Anfang März 2020 der Fall, da jeder Arbeitgeber verpflichtet ist, den Jahreslohnzettel bis Ende Februar einzureichen. (TT.com)


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