Nur ein Trainer sieht Salzburg am Ende der Saison nicht vorne stehen

Geht es nach der überwiegenden Mehrheit der zwölf Bundesliga-Trainer, dann wird Red Bull Salzburg im Frühjahr den siebenten Meistertitel in Folge einfahren. In einer APA-Umfrage tippte nur St. Pöltens Alexander Schmidt auf den LASK, der Linzer Coach Valerien Ismael gab keine Prognose ab. Der Rest glaubt an einen „Bullen“-Erfolg.

Zehn von zwölf Bundesliga-Trainern sehen Salzburg am Ende vorne stehen.
© GEPA pictures/ Manfred Binder

Innsbruck – Salzburg-Trainer Jesse Marsch hat am Titelgewinn seiner Mannschaft ebenso keine Zweifel wie Dietmar Kühbauer (Rapid), Ferdinand Feldhofer (WAC), Nestor El Maestro (Sturm Graz), Markus Schopp (Hartberg), Christian Ilzer (Austria), Alex Pastoor (Altach) und Thomas Silberberger (WSG Tirol). Auch Klaus Schmidt (Admira) und Franz Ponweiser (Mattersburg) sehen Salzburg auf Endrang eins, gehen aber von einer harten Gegenwehr des LASK aus.

Schmidt prophezeite ein enges Rennen mit dem glücklicheren Ende für die Mozartstädter. „Die Abgänge (Anm.: unter anderem Erling Haaland und Takumi Minamino) werden an ihnen nicht ohne Spuren vorübergehen. Es wird spannend werden, aber Salzburg wird den längeren Atem haben“, vermutete der Admira-Betreuer.

Qualität und Quantität sprechen für Salzburg

Ähnlich äußerte sich Ponweiser. „Es wird interessant werden, weil auch der LASK Ansprüche stellen kann. Aber letztlich werden sich die Salzburger trotz der Abgänge durchsetzen, weil sie eine große Breite im Kader haben.“

Auch Kühbauer hob die Qualität und Quantität im „Bullen“-Aufgebot hervor. „Sie haben riesige spielerische Qualität und im Rückraum unglaublich gute junge Spieler. Das Gesamtpaket macht es aus“, meinte der Ex-Internationale. Abwartend zeigte sich der Trainer des ersten Salzburg-Herausforderers. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann man das nicht sagen, zumal alles offen ist“, antwortete LASK-Betreuer Ismael auf die Meisterfrage.

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So antwortete WSG-Trainer Thomas Silberberger

1.) Wer wird Meister?

Silberberger: „Salzburg.“

2.) Wie werden sich Salzburg und der LASK im Frühjahr in der Europa League schlagen?

Silberberger: „Salzburg erreicht das Halbfinale, der LASK das Viertelfinale."

3.) In etwas mehr als einem Jahr gibt es auch in der österreichischen Bundesliga den Videobeweis. Sehen Sie der Einführung positiv entgegen oder haben Sie nach den Diskussionen in anderen Ligen Bedenken?

Silberberger: „Der Videobeweis ist überfällig und deshalb freue ich mich darauf."

4.) Was trauen Sie der österreichischen Nationalmannschaft bei der EM zu?

Silberberger: „Es hängt wieder viel vom ersten Spiel ab, aber ich denke, dass das Team die K.o.-Phase erreicht."

Seine Truppe liegt vier Runden vor der Punktehalbierung und der Teilung in Meister- und Qualifikationsgruppe zwei Zähler hinter den Salzburgern und ist zum Liga-Frühjahrsauftakt am Freitag in der Red-Bull-Arena zu Gast. Sechs Tage später geht es für beide Titelanwärter im Europa-League-Sechzehntelfinale weiter - Salzburg reist nach Frankfurt, der LASK nach Alkmaar.

Rot-weiß-rotes Finale in der Europa League?

Nach dem Out in der Champions League deutete Marsch an, dass er für seine Mannschaft Chancen sehe, die Europa League zu gewinnen. Diese Meinung bekräftigte der US-Amerikaner erneut und bescheinigte auch dem LASK großes Potenzial. „Ich wünsche mir, dass die beiden Clubs das Finale bestreiten“, erklärte Marsch. Ismael gab zu Protokoll, er traue den Salzburgern in deren „Lieblingsbewerb“ viel zu. Der LASK werde von Spiel zu Spiel schauen und „alles raushauen, was wir haben“.

Hartbergs Schopp sieht für die Oberösterreicher in der Europa League sogar bessere Chancen als für die „Bullen“. „Salzburg scheidet gegen Frankfurt aus, der LASK scheidet im Viertelfinale aus“, prognostizierte der Steirer. Der niederländische Altach-Coach Alex Pastoor wiederum glaubt an ein Scheitern der Linzer gegen Alkmaar. Silberberger sieht die Salzburger ins Semifinale und den LASK ins Viertelfinale kommen, laut Ponweiser können beide heimische Europacup-Vertreter „zumindest das Viertelfinale erreichen“.

Einig sind sich sämtliche Bundesliga-Trainer in der Hoffnung auf einen möglichst weiten Vorstoß beider Vereine, auch aus Eigeninteresse. Weitere internationale Erfolge der Salzburger und der Oberösterreicher bedeuten nämlich mehr Europacup-Startplätze und spätere Einstiegstermine für die Vereine der österreichischen Bundesliga. Außerdem könnte das Top-Duo bei ständiger Doppelbelastung in der heimischen Meisterschaft schwächeln – was allerdings im Herbst nur selten der Fall war. (APA)


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