25 Schrauben statt WM-Edelmetall für Kunstbahnrodel-Ass Steu

Auf den Vorarlberger Kunstbahnrodler Thomas Steu wartet nach seinem folgenschweren Sturz ein langer Comebackweg.

Nach der Operation stecken 25 Schrauben und zwei Platten im linken Bein von Thomas Steu.
© gepa, Steu (2)

Von Günter Almberger

Innsbruck – Eigentlich hätte Thomas Steu kommendes Wochenende bei der Kunstbahnrodel-WM im Olympia-Eiskanal von Sotschi mit seinem Doppel-Partner Lorenz Koller um Medaillen fahren sollen. Doch der folgenschwere Trainingssturz am 22. Jänner vor dem Weltcup in Sigulda (LAT) mit einem Schien- und Wadenbeinbruch sowie einem luxierten Knöchel degradierten den Kampf um Tausendstel-Sekunden nur noch zu einer Randnotiz. Nach dem ersten Eingriff in Lettland musste sich der Vorarlberger im Sanatorium Kettenbrücke einer zweiten Operation unterziehen.

„Es war ziemlich viel zertrümmert in meinem Bein. Viele kleine Splitter mussten entfernt werden, der Rest wurde vom Arzt wie ein Puzzle zusammengesteckt. Nicht weniger als 25 Schrauben und zwei Platten befinden sich jetzt in meinem Bein“, schildert der dreifache WM-Medaillengewinner des vergangenen Jahres Details seiner Verletzung. Die erste Zeit nach dem Eingriff war so „katastrophal“, dass dem Rodel-Ass ein Schmerzkatheter gelegt werden musste. „Es war so heftig, dass ich es kaum ausgehalten habe. Für einen Spitzensportler ist es allerdings nicht ohne, wenn der Hauptnerv betäubt wird. Gott sei Dank hat der Schmerzkatheter sofort Wirkung gezeigt und alles ist gut gegangen“, betont Steu, der bereits zehn Kilo seines Wettkampfgewichts verloren hat. Auch wenn es „einen dunklen Moment“ im Krankenhaus gegeben hat, habe er versucht stets positiv zu bleiben. „An ein Karriereende habe ich nie gedacht. Im Gegenteil, ich denke nur ans Comeback.“

Vorgestern, an seinem 26. Geburtstag, wurde er in häusliche Pflege entlassen, heute startet Steu mit seinem Reha-Programm im Olympiazentrum in Dornbirn. „Bewegungstherapie und Lymphdrainagen stehen vorerst auf dem Programm. Und zu Hause gilt es so viel wie möglich das Bein hochzulagern und zu kühlen“, so der 26-Jährige, der am kommenden Wochenende zu Hause auf der Couch seinen Teamkollegen die Daumen drückt: „Ich hoffe, dass wir zumindest eine Medaille einfahren.“


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