„Vitalakademie“ verliert Rechtsstreit mit VKI und beruft

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hatte im Auftrag des Sozialministeriums die "Vitalakademie" (akademie mea vita GmbH) geklagt und recht bekommen. Das Weiterbildungsunternehmen sieht hingegen eine einseitige und praxisfremde Rechtsprechung und geht in Berufung.

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Wien – Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat die Linzer "Vitalakademie" geklagt und nun in erster Instanz vom Landesgericht Linz recht bekommen. Vom VKI war unter anderem beanstandet worden, dass die "Vitalakademie" (akademie mea vita GmbH) in ihrer Werbung für den Lehrgang „Diplomierter Ernährungstrainer“ nicht ausreichend darüber aufklärte, dass ausgebildete „Ernährungstrainer“ keine individuelle Beratung in Ernährungsfragen durchführen dürfen, da dies dem gesetzlich reglementierten Gewerbe des Ernährungsberaters vorbehalten ist. Weiters wurden 29 Klauseln in den AGB beanstandet.

Das Landesgericht Linz bestätigte in seinem Urteil die Rechtsauffassung der Konsumentenschützer und beurteilte diese Geschäftspraktik als irreführend und unzulässig. Zudem befand das Gericht auch alle 29 vom VKI eingeklagten Klauseln der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für gesetzwidrig. Das Weiterbildungsunternehmen hat bereits Berufung eingelegt und sieht eine einseitige und praxisfremde Rechtsprechung. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

"Kritikpunkte des VKI schon im Vorfeld der Klage beseitigt"

"Das Erstgericht ist auf überhaupt keine Argumente seitens der akademie mea vita GmbH eingegangen", erklärt Mario Weingartler, Geschäftsführer der akademie mea vita GmbH auf Anfrage von TT-Online. Das Urteil sei massiv einseitig zugunsten des VKI ergangen. Aus diesem Grund habe das Unternehmen dagegen berufen. "Wir gehen davon aus, dass die zweite Instanz anders entscheiden wird", zeigt sich Weingartler zuversichtlich. Mehr als offizielle Schreiben zur Thematik seitens der WKO und des Bundesministerium für Wirtschaft auf der Website anzuführen, können man nicht tun. Dies würden nicht einmal die Mitbewerber machen. Es habe von Seiten des Unternehmens keine Irreführung gegeben, da alles was der VKI forderte, ohnehin längst auf der Webseite aufgelistet gewesen sei. Dies habe das Erst-Gericht völlig ignoriert und verkannt.

Zu den Klauseln in den AGB betont Weingartl, dass sich die akademie mea vita GmbH in über 60 Prozent aller Fälle ohnehin unterworfen und diese sofort geändert habe. "Auch dies hat der Gericht nicht beachtet" klagt Weingartler. Es sei auch keine Aufforderung seitens des VKI gekommen, bei den AGB oder bei den rechtlichen Hinweisen etwas zu verändern, es sei sofort geklagt worden.

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Der VKI habe auch niemals einen Vergleich oder eine gütliche Einigung angestrebt. "Letztlich wurde nur die akademie mea vita GmbH geklagt. Offensichtlich wollte man uns nur schaden, obwohl der Mitbewerb größtenteils dieselben oder ähnliche AGB pflegt", meint Weingartler. (TT.com, hu)

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Die Vitalakademie bietet österreichweit im Rahmen von Präsenz- und Fernlehrgängen eine Ausbildung zum Ernährungstrainer an. Die Tätigkeit des Ernährungstrainers ist im Unterschied zu der des Ernährungsberaters nicht gesetzlich geregelt. Der Oberste Gerichtshof hat, so der VKI vor Kurzem klargestellt, dass ein Ernährungstrainer nur allgemeines Wissen weitergeben darf, beispielsweise im Rahmen von Vorträgen.

Individuelle Beratung und persönliche Betreuung in Ernährungsfragen dagegen ist der Tätigkeit des Ernährungsberaters vorbehalten, die nur von Ernährungswissenschaftern und Diätassistenten (Diätologen) ausgeübt werden darf.


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