Temperaturrekorde in der Antarktis, Pinguine werden immer weniger

Die Kolonien der Zügelpinguine schrumpfen – manche sogar um 77 Prozent, haben Wissenschafter herausgefunden. Auch die immer weiter steigenden Temperaturen könnten dies beeinflussen.

Zügelpinguine in der Antarktis: Es gibt Kolonien, die um 77 Prozent geschrumpft sind.
© JOHAN ORDONEZ

Buenos Aires – In der Antarktis ist gerade Hochsommer – aber so warm war es noch nie. Vergangene Woche wurden 18,3 Grad an der Forschungsstation Esperanza gemessen. Das ist die die höchste jemals erreichte Temperatur seit Beginn der Messungen 1961. Auch an anderen Forschungsstationen kletterte das Quecksilber hoch wie nie zuvor. Unter den ständig steigenden Temperaturen unter anderem die Pinguine.

📽 Video | Pinguin-Kolonien in der Antarktis werden kleiner

Die Zahl der Zügelpinguine ist nach Angaben von Wissenschaftern und der Umweltorganisation Greenpeace in vielen Teilen der Antarktis in den vergangenen 50 Jahren stark gesunken. Einige Kolonien seien sogar um 77 Prozent geschrumpft, teilte Greenpeace am Dienstag mit.

Auf einer Antarktis-Insel südöstlich von Argentinien, die ein besonders wichtiger Lebensraum für die Tiere ist, sei jede untersuchte Kolonie kleiner geworden. Forscher mehrerer US-Universitäten hatten auf Elephant Island Brutpaare von Zügelpinguinen unter anderem mit Drohnen gezählt. Dabei kamen sie auf 52.786 Paare – bei einer Zählung 1971 waren es noch 122.550 gewesen: ein Rückgang um rund 60 Prozent.

Steven Forrest, Wissenschaftler an der Stony Brook-Universität im US-Bundesstaat New York, sprach von einem "sehr dramatischen Rückgang". Es gebe dafür wahrscheinlich mehrere Erklärungen. Unter anderem könnte der Klimawandel schuld sein, der dazu führe, dass nicht mehr ausreichend Krill als Nahrung für die Pinguine zur Verfügung stehe. Zügelpinguine (Pygoscelis antarcticus) werden um die 70 Zentimeter groß. (TT.com, dpa, APA/AFP)


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