AUA setzt Rotstift an: Jede zehnte Stelle wird gestrichen

Bis Ende 2021 werden mehr als jede zehnte der zuletzt rund 7000 Stellen gestrichen. Besonders drastisch reduziert werden Führungsjobs: Von rund 300 Führungspositionen fallen etwa 90 weg.

(Symbolbild)
© AUA/Tyrolean Airways GmbH

Wien, Schwechat – Die AUA (Austrian Airlines) setzt wieder den Rotstift an. Binnen zwei Jahren wird im Konzern mehr als jede zehnte Stelle gestrichen. Mit der Umsetzung des Sparpakets hat die österreichische Lufthansa-Tochter bereits begonnen, konkret bei den Führungskräften.

Von rund 300 Führungspositionen sollen etwa 90 wegfallen - ein Abbau um 30 Prozent. Das teilte die AUA am Mittwoch mit. Zuvor hatte es heute Gespräche mit den Betriebsräten gegeben, sowohl mit den Vertretern der Bodenbelegschaft als auch des fliegenden Personals.

Die umfassende Neuaufstellung der Managementteams soll ab 1. April gelten, sagte eine Sprecherin zu Mittag. Es werden Unternehmensbereiche und Abteilungen zusammengelegt, aber auch Managementebenen reduziert. Führungskräfte, die ihre Positionen damit verlieren, hätten die Möglichkeit, sich an anderen Stellen im Konzern zu bewerben.

Grund für das abermalige Sparpaket ist der harte Preiskampf mit den Billigfliegern am Heimatflughafen Wien, der weiter anhält. Ganz aktuell ist aber auch der Langstreckenverkehr infolge der wegen des Coronavirus bis Ende Februar gestrichenen China-Verbindungen in Mitleidenschaft gezogen.

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Betriebsbedingte Kündigungen notwendig

90 Millionen Euro soll insgesamt das im November angekündigte neue Sparpaket bringen. Während die Reorganisation im Management in wenigen Monaten wirksam wird, hat sich die AUA für den größeren Teil des Abbauprogramms, auf Ebene der Mitarbeiter, eine Zeitspanne bis Ende 2021 gegeben. In Summe geht es um 700 bis 800 Stellen. Es werde betriebsbedingte Kündigungen geben müssen, denn man werde nicht alles über natürliche Fluktuation schaffen, wurde heute bekräftigt.

Voriges Jahr habe man es aber immerhin geschafft, den Personalstand um 100 Stellen abzusenken, indem frei werdende Posten nicht nachbesetzt wurden, so die Sprecherin zur APA. 7038 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hatte die AUA zum Stand Ende September 2019. Im Jahr davor waren es 7104 gewesen. (APA)

An folgenden Managementposten setzt die Reorganisation an:

Stärker an den Vorstand angebunden wird der operative Betrieb ("Operations": Flugbetrieb, Technik, Bodenabfertigung). Jens Ritter, der schon seit Februar 2016 einen Großteil des operativen Betriebs leitet, wird Chief Operating Officer. Er wird nun Teil des erweiterten Vorstands. "Aus nachvollziehbaren Gründen werden wir formal bei einem Dreier-Vorstand bleiben", fügte AUA-Chef Hoensbroech hinzu.

Neuer Personalchef wird ab 1. März Markus Christl, aktuell für die weltweite Bodenabfertigung der heimischen Airline verantwortlich. Er folgt auf Nathalie Rau, die eine neue Herausforderung außerhalb der Lufthansa Group annehmen werde, wie es heißt. Auf Christl folgt als Leiterin der Ground Operations Susanne Svejda.

Einige Hierarchieebenen und Leitungsposten werden eingespart, davon ist auch die Kommunikationsabteilung unter ihrem jetzigen Leiter Peter Thier betroffen. Die Bereiche International & Aeropolitical Affairs und Corporate Communications werden nämlich zukünftig zusammengelegt. Die neue Leitungsposition wird ausgeschrieben.

In der Unternehmensstrategie aufgehen wird das Aircraft Asset Management. Das Treasury wird im Finanzressort von Accounting & Taxation übernommen. Zusätzlich entsteht im Ressort des Finanzvorstands ein eigener Bereich für Projekt-, Prozess & Lean-Management geschaffen.


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