Umfrage: Steigendes Interesse der Österreicher an Wertpapieren

25 Prozent der 814 Befragten sagten heuer im Jänner, sie wären "prinzipiell daran interessiert", Wertpapiere zu kaufen. Die Industriellenvereinigung und das Aktienforum sehen große Chance, den Aktienmarkt in Schwung zu bringen.

Symbolfoto
© Wiener Börse AG

Wien - Das Interesse der Österreicher am Kauf von Wertpapieren hat sich zwischen 2017 und 2020 verdoppelt. Das Wissen darüber hinkt allerdings weiter hinterher, zeigt eine Umfrage von Peter Hajek im Auftrag des Aktienforums. Aktienforum und Industriellenvereinigung (IV) leiten daraus eine große Chance ab, den Aktienmarkt in Schwung zu bringen.

Das größte Hindernis, tatsächlich Wertpapiere zu kaufen, ist nach dieser Umfrage das gefühlte mangelhafte Wissen über den Kapitalmarkt. Dahinter folgt fehlendes Vermögen, danach dann verschiedene Formen der Angst vor Verlusten. Außerdem seien die Österreicher an die simple Geldanlage am Sparbuch gewohnt und haben das Gefühl, die Alternativen seien zu komplex, sagte Hajek.

IV-Generalsekretär Christoph Neumayer sieht aktuell "erstmals wirklich die Möglichkeit, dem Kapitalmarkt in Österreich Schwung zu verleihen". Denn das gesteigerte Interesse der Menschen falle mit einem Regierungsprogramm zusammen, das "die wichtigsten Themen des Kapitalmarkts adressiert". Entscheidend sei aber, für mehr Wissen der Menschen über den Kapitalmarkt zu sorgen

Langfristige Finanzbildung

Auch Robert Ottel, Präsident des Aktienforums, hofft, dass seine seit zehn Jahren unveränderten Forderungen nun tatsächlich umgesetzt werden. Darunter gehe es um langfristige Finanzbildung, das Bekenntnis zum Kapitalmarkt und den Abbau von Bürokratie. Ottel hofft auch, dass die Veröffentlichungspflicht in der Wiener Zeitung fällt, die alleine die ATX-Firmen jährlich 1,5 Millionen Euro koste. Stattdessen sollte wie in Deutschland ein elektronischer Bundesanzeiger vorgeschrieben werde.

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Ottel unterstützt auch nachdrücklich die Wieder-Einführung einer Spekulationsfrist, nach der Kursgewinne auf Aktien von der Kapitalertragssteuer befreit wären. Ottel ist für eine einjährige Frist, die Entscheidung über die Dauer sei aber noch nicht gefallen, so Neumayer.

Ottel und Neumayer sehen die verstärke Nutzung des Kapitalmarktes als Chance für die Österreicher, Vermögen aufzubauen und für die Pension vorzusorgen. Eine Steuerfreiheit für angesparte Vermögen bis 150.000 Euro wäre etwa nach internationalem Vorbild sinnvoll, so Ottel.

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"Seit Jahren vorliegende Vorschläge "

Die Wirtschaftskammer (WK), der Dachverband der Pensionskassen und die Wiener Börse verwiesen am Mittwoch im Aussendungen ebenfalls auf die Umfrage von Hajek. Die WK und die Pensionskassen heben hervor, dass 71 Prozent der Befragten eine staatliche Förderung der betrieblichen Altersvorsorge in Pensionskassen als sehr gute bzw. gute Idee ansehen. Sie verweisen auf ihre seit Jahren vorliegenden Vorschläge dazu.

Christoph Boschan, Chef der Wiener Börse, fordert angesichts der Umfrageergebnisse einmal mehr die Wiedereinführung einer Behaltefrist für Aktien, und eine bessere Grundlagenbildung zu Wirtschaft und Finanzen in den Lehrplänen. (APA)


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