Nach Rotwild-Gemetzel in Kaisers: Land und Jäger setzen Arbeitsgruppe ein

Jägerverband und Land Tirol reagieren auf die Empörung nach dem Rotwild-Gemetzel in Kaisers. Gemeinsam wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Reduktionsgatter soll es in Zukunft auf jeden Fall nicht mehr geben.

Der brutale Abschuss von Rotwild in Kaisers zieht Konsequenzen nach sich.
© Gemeinde Kaisers

Innsbruck – Nach dem grausamen Abschuss von 33 Stück Rotwild in einem Reduktionsgatter in Kaisers haben sich Land Tirol und Jägerverband darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe mit dem Fall zu betrauen. Sie soll einen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Tbc ausarbeiten. „Das Ergebnis der Erstuntersuchung mit fünf an Tbc erkrankten Wildtieren zeigt, dass eine Seuchenbekämpfung notwendig ist. Schließlich stellen diese teils hochinfektiösen Tiere eine Gefahr für andere Tiere wie auch Menschen dar", erklärt LHStv. Josef Geisler die Notwendigkeit für eine Bekämpfung der Seuche.

Abgelehnt werden nun jedoch die Methoden, die am Sonntag angewendet wurden. Diese seien „nicht mehr zeitgemäß". Nun sollen gemeinsam mit der Jägerschaft „alternative Möglichkeiten analysiert" werden. „Wir möchten dabei tierschutz- und waidgerecht vorgehen, das ist das oberste Gebot. Im Idealfall schaffen wir dies im Rahmen der herkömmlichen jagdlichen Möglichkeiten“, so Geisler in einer Aussendung.

📽 Video | Landesjägermeister Larcher im TT-Studio

Jägerschaft verurteilt Aktion in Kaisers „aufs Schärfste"

Für den Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher ist ebenfalls klar, dass an einer wirksamen Seuchenbekämpfung nicht zu rütteln ist. Die Jägerschaft wolle sich daran beteiligen. „Wir haben in den letzten Jahren unseren Anteil geleistet und uns redlich bemüht, den behördlichen Anforderungen nachzukommen. Dennoch stehen wir dazu, dass diese Aktion in Kaisers für uns auf das Schärfste zu verurteilen ist", so Larcher. Das Vertrauen zu den Behördenvertretern sei „schwer erschüttert". Man erkenne jedoch den Willen bei den politisch Verantwortlichen, solche Aktionen in Zukunft zu verhindern.

Auch andere mit der Jagd verbundene Themen sollen angesprochen werden. Man wolle „hineinhören, welche Rahmenbedingungen von der Jägerschaft benötigt werden, um ihrer Pflicht auch nachkommen zu können", meint Geisler. Und der Landesjägermeister ergänzt: „Wir brauchen Wildruhezonen, eine tatsächliche und exekutierbare Besucherlenkung und nicht zuletzt auch eine Einbindung in die Monitoring-Systematik". Erreichen wolle man dies in einem „konstruktiven Miteinander".

Geisler und Larcher treffen sich nächste Woche zu einem Vier-Augen-Gespräch. Dabei sollen die Richtlinien und Experten und Expertinnen definiert werden, „um künftig besser abgestimmt und nachhaltig agieren zu können". (TT.com)


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