Zweisprachige Kinder gestikulieren anders

Das Forschungsteam in der Schweiz untersuchte bei ein- und zweisprachigen Kindern im Kindergartenalter, wie sie ikonische Gesten verstehen und selbst einsetzen.

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Zürich - Zweisprachige Kinder kommunizieren anders als einsprachige. Sie bereinigen Missverständnisse häufiger und können besser auf ihre Gesprächspartner eingehen. Forschende der Universität Zürich haben nun auch Unterschiede bei der Gestik zwischen ein- und zweisprachigen Vorschulkindern festgestellt.

Der Fokus lag dabei auf ikonischen Gesten, also Hand- und Armbewegungen, die die Form oder die Geschwindigkeit eines Objekts nachstellen. Ein Beispiel dafür wäre, mit den Fingern die Schneidebewegung einer Schere nachzuahmen oder mit einer blitzschnellen Bewegung der Hand hohes Tempo anzudeuten.

Das Forschungsteam um Stephanie Wermelinger untersuchte bei ein- und zweisprachigen Kindern im Kindergartenalter, wie sie ikonische Gesten verstehen und selbst einsetzen. Im Verständnis unterschieden sich die beiden Gruppen zwar nicht, beim Einsatz von Gesten allerdings scheinen die zweisprachigen Kinder die Nase vorn zu haben, berichten die Forschenden im Fachblatt "Developmental Science".

Dies zeigte sich an einer Aufgabe, bei der die Kinder einer gehörlosen Handpuppe erklären sollten, welches Spielobjekt sie gerne von ihr hätten. Die zweisprachigen Kinder erklärten dabei mehr mit den Händen als einsprachige. Sie verpackten mehr Information über Form und Bewegung des gewünschten Objekts in ihre Gesten und gestikulierten verständlicher. Das machte sie erfolgreicher bei der Kommunikation: Die Handpuppe, beziehungsweise die dahinter steckende Person, konnte leichter erkennen, welches Spielzeug gemeint war. (APA, sda)

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