Wahlkampftross zieht weiter nach Nevada: Spannung vor nächster US-Vorwahl

Die Demokraten lassen am Samstag in Nevada über ihren Präsidentschaftskandidaten abstimmen. Die Spannung steigt, rückt doch der "Super Tuesday" immer näher. Und bei der TV-Diskussion in Las Vegas am Mittwochabend steht Michael Bloomberg erstmals auf der Bühne.

Im Paris Las Vegas Hotel treffen sich die Demokraten zur TV-Debatte vor der Vorwahl am Samstag in Nevada.
© AFP/Ralston

Von Matthias Sauermann

Las Vegas – Bernie Sanders, Joe Biden, Pete Buttigieg, Amy Klobuchar oder Elizabeth Warren – noch immer hat sich das Favoritenfeld unter den Demokraten nicht entscheidend gelichtet. Im Gegenteil wird es nun sogar noch größer: Denn mit Michael Bloomberg steigt bald ein Schwergewicht in den Ring. Der Unternehmer konnte nicht zuletzt aufgrund seiner Finanzkraft in den Umfragen deutlich zulegen. Auch konnte er die Aufmerksamkeit des US-Präsidenten auf sich ziehen, der seinen Konkurrenten mit zahlreichen Attacken bedachte – etwa mit per Twitter geteilten Fotomontagen, die Bloomberg als Winzling zeigen. Für Trump sind solche inhaltsleeren Attacken unter der Gürtellinie typisch – zeigen aber auch, dass der Milliardär wunde Punkte bei dem US-Präsidenten trifft.

Denn Bloomberg baute mit der gleichnamigen Nachrichtenagentur ein Imperium auf und häufte so ein Milliardenvermögen an. Genau wie Trump es gerne über sich selbst erzählt – allerdings zogen Recherchen dessen tatsächliche unternehmerischen Fähigkeiten zunehmend in Zweifel. Außerdem wurde bekannt, dass Trump einen Großteil seines Vermögens Erbe zu verdanken hat.

Erstmals Teilnahme an TV-Debatte

Eine US-weite Umfrage sieht den ehemaligen New Yorker Bürgermeister mittlerweile mit 19 Prozent Unterstützung im demokratischen Bewerberfeld bereits auf dem zweiten Platz. An der Spitze steht demnach Senator Bernie Sanders aus dem US-Bundesstaat Vermont mit 31 Prozent. Im Dezember hatte der Milliardär Bloomberg in der entsprechenden Umfrage noch bei vier Prozent gelegen.

Michael Bloomberg bei einer Rede in Detroit.
© AFP/Kowalsky

Bloomberg wird nun bei einer Fernsehdebatte mit seinen Konkurrenten bei den Demokraten auf einer Bühne stehen. Der Milliardär qualifizierte sich für die Debatte in Las Vegas an diesem Mittwoch, die nach europäischer Zeit in die Nacht auf Donnerstag fällt.

Der späte Einstieg Bloombergs ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur war in der eigenen Partei auch auf Kritik gestoßen. So beklagten Präsidentschaftsbewerber wie Sanders und die Senatorin Elizabeth Warren, es könne nicht sein, dass ein schwerreicher Kandidat die Wahl kaufe. Bloomberg hatte seine Kandidatur erst Ende November angekündigt. Seine Konkurrenten hatten schon monatelang Wahlkampf gemacht. Der Milliardär, der einst das nach ihm benannte Finanz- und Medienunternehmen gründete, gilt als einer der reichsten Männer der Welt.

Sanders führt in Umfragen, Buttigieg bei Delegierten

In Nevada steht Bloomberg am Samstag jedoch noch gar nicht zur Wahl. Hier konzentriert sich die Aufmerksamkeit also erst mal auf die Konkurrenz. Bei den Delegierten liegt weiter Pete Buttigieg in Führung (23), vor Bernie Sanders (21). Dahinter folgen mit Abstand Elizabeth Warren (8), Amy Klobuchar und der schwer unter Druck stehende ehemalige Favorit Joe Biden (6).

Bei den landesweiten Umfragen schaut es jedoch ganz anders aus. Hier führt Bernie Sanders weiterhin vor Michael Bloomberg, Joe Biden und Elizabeth Warren. Pete Buttigieg folgt also landesweit erst an fünfter Stelle.

Dass Bloomberg trotz seines späten Einstiegs gute Chancen auf die Nominierung hat, hat einen einfachen Grund: Bislang wurden jeweils nur wenige Delegierte für den Parteitag vergeben. Auch in Nevada sind es lediglich 48. Am "Super Tuesday" am 3. März werden es auf einen Schlag 1617 Delegierte sein, die den Kandidaten zugeordnet werden. Dann wird in Schwergewichten wie Kalifornien abgestimmt (494 Delegierte), ebenso wie Texas (261), Virginia (124), North Carolina (122) oder Massachusetts (114). Wie wenige Delegierte erst vergeben werden und wie viele noch offen sind, zeigt diese Grafik:

Nach Nevada steht noch South Carolina an (29. Februar) an, bevor es in den "Super Tuesday" am 3. März geht. Die TT wird den vorentscheidenden Tag der US-Vorwahl in der Nacht auf den 4. März mit einem Liveticker begleiten.


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