Coronavirus: Zwei Passagiere der „Diamond Princess“ gestorben

Wie das japanische Fernsehen berichtete, handelt es sich bei den Opfern um einen 87 Jahre alten Japaner und eine 84 Jahre alte Japanerin. Die Gesamtzahl der in China Infizierten stieg unterdessen auf 75.000 Menschen an.

Zwei Japaner, die sich auf der Diamond Princess aufgehalten und mit dem Corona-Virus angesteckt haben, sind im Krankenhaus verstorben.
© AFP/Nogi

Yokohama – Zwei mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ in Japan sind gestorben. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise in Tokio berichtete, handelt es sich bei den Opfern um einen 87 Jahre alten Japaner und eine 84 Jahre alte Japanerin. Sie waren positiv getestet und vom Schiff ins Krankenhaus gebracht worden, wo sie nun starben. Damit beklagt Japan inzwischen drei Todesopfer infolge von Virus-Infektionen im Land. Unterdessen ging die Ausschiffung der Passagiere der in Yokohama liegenden „Diamond Princess“ weiter.

Ägypten, Algerien und Südafrika besonders anfällig

In der Coronavirus-Krise sind Ägypten, Algerien und Südafrika laut einer Studie einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Grund seien die intensiven Handelsbeziehungen und Reiseaktivitäten zwischen den drei afrikanischen Ländern und China, heißt es in einer am Mittwoch in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichten Studie. "Glücklicherweise" hätten die drei Länder "die am besten aufgestellten Gesundheitssysteme des Kontinents".

"Afrikanische Länder haben zuletzt ihre Vorbereitungen zum Umgang mit Covid-19-Fällen verstärkt", sagte die Autorin der Studie, Vittoria Colizza von der französischen Universität Sorbonne. Dazu gehörten das Temperaturmessen bei der Einreise, Warnungen vor Reisen nach China und verbesserte Informationen für Gesundheitspersonal und die Bevölkerung.

Trotzdem seien "einige Länder weiterhin schlecht ausgerüstet", um mit der Gefahr durch das Virus umzugehen. Länder wie Nigeria, Äthiopien, Sudan, Angola, Tansania, Ghana und Kenia bräuchten Unterstützung beim Aufspüren möglicher Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und bei der Behandlung von Infizierten.

Bis zum Vortag waren 621 Infektionen unter den Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes nachgewiesen worden. Alle Betroffenen kamen in Krankenhäuser. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen auf dem Schiff werde mindestens bis Freitag dauern, hatte die Regierung erklärt.

Neue Infektionsfälle auf tiefstem Stand seit einem Monat

Die Zahl der in China täglich offiziell neu registrierten Krankheitsfälle durch das neuartige Coronavirus ist unterdessen auf den niedrigsten Stand seit fast einem Monat gesunken. Wie die chinesische Regierung am Donnerstag mitteilte, wurden seit dem Vortag insgesamt nur 673 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. 628 davon traten in der Provinz Hubei auf, von wo die Epidemie ihren Ausgang genommen hatte.

Die gesamten Ansteckungsfälle in China sind auf 75.000 angestiegen.
© AFP/Lawrence

Die offizielle Gesamtzahl der Ansteckungsfälle in China stieg damit auf knapp 75.000. Hubei ist weiterhin die mit Abstand am stärksten von der Epidemie betroffene Region. Die Behörden haben die Provinz weitgehend von der Außenwelt abgeschottet.

Ansteckungen in Südkorea stark gestiegen

In Südkorea ist die Zahl der Neu-Infizierten im Gegensatz zu China deutlich angestiegen. Die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention meldeten am Donnerstag 31 neue Fälle. Dadurch erhöhte sich in dem ostasiatischen Land die Zahl der bisher bestätigten Infektionen mit dem Erreger der in China ausgebrochenen Lungenkrankheit Covid-19 auf 82. Allein in dieser Woche kamen damit über 50 Fälle dazu.

In Südkorea geht die Angst vor einem "Superverbreiter" um, der viele Menschen anstecken könnte.
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Von den neuen Fällen steckten sich den Angaben zufolge vermutlich weitere 23 Menschen bei einer Patientin in der südöstlichen Stadt Daegu an. Es wird angenommen, dass bisher 40 positiv auf Sars-CoV-2 getestete Personen mit der Frau in Kontakt gekommen sind, als sie in Daegu einen Gottesdienst einer christlichen Sekte besuchten. Es war zunächst unklar, wie sich die Frau infiziert hat.

Die neuen Fälle lösten in Südkorea die Sorge über einen so genannten Superverbreiter (engl. Superspreader) aus, der viele andere Menschen anstecken kann. An diesem Punkt gehe die Regierung in Seoul davon aus, dass "sich Covid-19 lokal in einem begrenztem Umfang" ausbreite, wurde der stellvertretende Gesundheitsminister Kim Kang Lip von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. (dpa)


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