Betrugsprozess gegen Ex-ÖVP-EU-Abgeordneten Seeber im Mai

Richard Seeber muss sich am 18. Mai am Innsbrucker Landesgericht wegen des Vorwurfs des schweren Betrugs verantworten. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Ex-Mandatar ein bis zehn Jahre Haft.

Richard Seeber
© Thomas Böhm

Innsbruck – Im November hatte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) rechtskräftig Anklage gegen Richard Seeber, den seit Dezember dienstfrei gestellten Direktor des Tiroler Verbindungsbüros in Brüssel, erhoben. Die Wiener Korruptionsjäger werfen Seeber und einem rumänischen Staatsbürger schweren Betrug mit einer Schadenshöhe von 409.956 Euro vor.

Die brisante Causa rührt aus den Funktionsperioden Seebers als VP-EU-Parlamentarier. Damals soll Seeber von 2006 bis 2010 dem Parlament Scheinrechnungen des Rumänen vorgelegt haben. Für Beratertätigkeiten als parlamentarischer Mitarbeiter gebe es jedoch keinerlei Belege.

Auf gestrige Anfrage bestätigte Andreas Stutter, Sprecher des Innsbrucker Landesgerichts, dass in der Causa drei Prozesstage anberaumt wurden. Es handelt sich um den 18. und 25. Mai, sowie den 15. Juni. Richter Andreas Mair ist der Vorsitzende des Schöffensenats.

Seeber sah sich gegenüber der TT als Opfer einer anonymen Anzeige. Zudem habe das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung die Causa bereits niedergelegt. Am Landesgericht drohen nun ein bis zehn Jahre Haft. Für beide Genannten gilt die Unschuldsvermutung. (fell)

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