Kostspielige Europacup-Reisen: Außer Spesen nichts gewesen

Zenit St. Petersburg vor der Brust, Frankfurt im Blickfeld: Dem Alpenvolleys-Macher Hannes Kronthaler war am Rosenmontag noch nicht nach Faschingsstimmung. Ihm lag Friedrichshafen immer noch im Magen.

Einer für alle, alle für einen – für die Hypo Tirol Alpenvolleys steht die Woche der Wahrheit an.
© Pauli/Alpenvolleys

Von Daniel Suckert

Innsbruck, Unterhaching – Dass nicht jedermann ein Freund von Montagen ist, dürfte allgemein bekannt sein. Bei Hannes Kronthaler hatte die schlechte Laune aber andere Gründe. Die Friedrichshafen-Niederlage seiner Hypo Tirol Alpen­volleys schmeckte ihm so gar nicht.

„In solchen Situationen brilliert Stefan (Headcoach Chrtiansky, Anm.) mit seiner Ruhe. Er hat es schon richtig gesagt: Mund abwischen, weiter geht’s“, holte der Baulöwe aus, um einen Augenblick später doch noch zu brüllen: „Gegen Friedrichshafen muss man nicht verlieren. Aber wenn du zwei Sätze lang mit dir selbst beschäftigt bist und erst danach anfängst zu spielen, läuft es so.“

Jedes Auswärtsspiel kostet 13.000 Euro

Die Unsicherheit lag vor allem an der Schulter-Verletzung von Diagonalangreifer Paulo Costa da Silva, der kurzfristig absagen musste und der heute (18.30 Uhr) im CEV-Cup-Viertelfinal-Hinspiel gegen Zenit St. Petersburg „sicher nicht dabei ist“. Abgesehen davon hält Manager Kronthaler nicht viel vom zweithöchsten internationalen Bewerb: „Der kostet mich nur Geld. Jedes Auswärtsspiel beläuft sich auf 13.000 Euro.“

Obwohl das heutige Hinspiel in Unterhaching die Kasse klingeln lassen wird. Die vorgesehenen 1300 Karten waren so schnell weg, dass Christian Sigl (Presse- und Marketingchef Alpenvolleys) kurzerhand auf 1500 Personen aufstocken ließ. Dafür musste er extra bei der Gemeinde anfragen.

Der Grund für die hohe Nachfrage ist schnell gefunden: Bei der Millionen-Trupp­e aus Russland schlägt der 35-jährige deutsche Superstar Georg Grozer auf. Und den will man noch einmal sehen. Sigl: „Vor allem, weil er sich ja aus dem Nationalteam verabschiedet hat.“

Nächstes Schlagerspiel in der Olympiahalle

Für Kronthaler aber liegt der Fokus schon wieder auf der deutschen Liga und dem kommenden Samstag. Da steigt in der Innsbrucker Olympiahalle das nächste Schlagerspiel – nach Friedrichshafen kommt nun der neue Zweite aus Frankfurt. „Denen müssen wir die Punkte abnehmen“, stellte Kronthaler klar. „Wir dürfen im Hinblick auf die Play-offs ja nicht auf Platz vier abrutschen, sonst wartet wieder Berlin im Halbfinale, und das hatten wir jetzt schon zweimal.“

Und in der Liga hat sich vier Runden vor Schluss eine spannende Ausgangslage hinter Meister Berlin ergeben: Frankfurt, Hypo und Friedrichshafen haben nach 18 Spielen 38 Punkte. Darum tat die Niederlage am Bodensee am vergangenen Wochenende auch so weh. Kronthaler: „Es war nicht gut, aber wenn wir einmal verlieren, bricht der Zirkus aus. Andererseits: Da sieht man, was wir für Ansprüche geschaffen haben.“

Ansprüche, die heuer im dritten Jahr endlich ins Final­e führen sollen. Der Ziller­taler hat genug von den dritten Rängen – er will den großen Final-Clou landen.


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