ManCity und die letzte CL-Chance für voraussichtlich lange Zeit

Bei Angstgegner Real Madrid spielt Manchester City um den Einzug ins Viertelfinale. Die drohende CL-Sperre drückt vorerst noch nicht aufs Gemüt. Italiens Rekordmeister Juventus ist bei Lyon gefordert.

City-Trainer Pep Guradiola sieht seine Elf im Kräftemessen mit Real als Außenseiter.
© JON SUPER

Madrid, Lyon – Zwei Spiele, zwei Siege: Real Madrid geht mit einer makellosen Heimbilanz am Mittwoch (21.00 Uhr/live Sky) ins Achtelfinal-Hinspiel der Fußball-Champions-League gegen Manchester City. 2012 setzte man sich im Estadio Bernabeu in der Gruppenphase mit 3:2 durch, 2016 folgte im Semifinale ein 1:0. Das Duell der beiden Großmächte aus Spanien und England ist der Schlager in der Runde der letzten 16.

Die „Citizens“ kämpfen dabei um ihren ersten Erfolg gegen die „Königlichen“ überhaupt, in England hatte es in der Vergangenheit zweimal ein Remis (1:1 bzw. 0:0) gegeben. Diese sieglose Serie zu beenden, wäre im Kampf um den Aufstieg für Englands Meister die halbe Miete. Der wäre allerdings nur ein Zwischenziel. „Wenn du den Titel gewinnen willst, musst du solche Teams besiegen, früher oder später. Du musst gegen die Großen gewinnen“, verlautete City-Trainer Josep Guardiola.

Guardiola: „Die Könige dieses Bewerbes"

Das ist seinem Team allerdings bisher selten gelungen. Das Semifinale 2016 war bisher das Höchste der Gefühle, danach war im Achtelfinale (Monaco) und zweimal Viertelfinale (Liverpool bzw. zuletzt Tottenham) frühzeitig Endstation. Diese Saison bietet sich vielleicht für längere Zeit die letzte Möglichkeit für Furore zu sorgen, da der Club ja ab 2020/21 von der UEFA wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay für zwei Saisonen aus dem Europacup ausgeschlossen wurde.

„Es ist ein echter Test. Die Könige dieses Bewerbes gegen ein Team, das es nicht gewöhnt ist, solche Spiele oft zu spielen“, sah Guardiola seine Elf in der Außenseiterrolle. Beim Blick auf die Erfolgstafel wird das auch deutlich: Real ist inklusive Meistercup 13-facher Champion und damit Rekordsieger. „Bei Real Madrid ist es eigentlich so, dass du alles gewinnen musst und wir wollen dieses Jahr auch etwas Großes erreichen – sowohl in der Liga als auch der Champions League“, sagte Real-Stürmer Karim Benzema.

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Juventus setzt gegen Lyon auf den Torriecher von Cristiano Ronaldo.
© ISABELLA BONOTTO

Der Franzose traf diese Saison wie der Brasilianer Rodrygo viermal in der „Königsklasse“, damit am öftesten im Club. Mit weiteren Toren will der 32-jährige Stürmer am Mittwoch den Unterschied ausmachen. „City hat eine großartige Mannschaft und einen exzellenten Trainer. Es wird ein ausgeglichenes, umkämpftes Match werden, das wir gewinnen wollen“, erläuterte Benzema. Zu viel mit dem Gegner will sich der spanische Rekordmeister gar nicht beschäftigen. „Wir konzentrieren uns vor allem auf uns“, betonte der 18-fache Pflichtspiel-Torschütze.

Das Selbstvertrauen der Madrilenen könnte allerdings angeknackst sein, da es am Sonntag bei der Generalprobe mit einem 0:1 bei Levante die erste La-Liga-Niederlage seit September 2019 samt Verlust der Tabellenführung an den FC Barcelona gegeben hatte. ManCity hatte demgegenüber mit einem 1:0 bei Leicester City ein Erfolgserlebnis und machte damit einen großen Schritt in Richtung Vizemeistertitel in der Premier League.

Wieder einmal alle Augen auf Cristiano Ronaldo

Im zweiten Mittwoch-Duell sind die Rollen deutlicher verteilt. Juventus Turin tritt als klarer Favorit zuerst auswärts bei Olympique Lyon an. Dabei sind die Augen vor allem auf Cristiano Ronaldo gerichtet, der in seinen jüngsten elf Spielen in der Serie A immer getroffen hat und nach 30 Pflichtspiel-Einsätzen bei 25 Toren hält.

Italiens Serienmeister hat bisher zweimal in Lyon gespielt und dabei stets (Europa-League-Viertelfinale 2014 und Champions-League-Gruppe 2016) mit 1:0 gewonnen. „Alle Matches in der Champions League sind schwierig“, betonte Juve-Coach Maurizio Sarri. Das sahen auch seine Spieler so. „Es gibt keine einfachen Spiele in der Champions League, aber wir sind selbstbewusst und bereit, um uns von unserer besten Seite zu präsentieren“, blickte Mittelfeldspieler Aaron Ramsey optimistisch nach vorne.

Die „Alte Dame“ ist gegen die Franzosen unbesiegt und hat drei von vier Partien gewonnen. Die beiden Rückspiele sind am 17. März angesetzt. (APA,AFP,dpa)


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