Regierung präsentierte Coronavirus-Hotlines und Regeln für Verdachtsfälle

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) präsentierten am Freitag eine Informationskampagne zum Coronavirus. Vorgestellt wurden unter anderem eine Task Force und Telefon-Hotlines für die Bevölkerung.

Generaldirektor f. öffentl. Sicherheit Franz Lang, Innenminister Karl Nehammer (ÖVP), Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) und Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant Rotes Kreuz (v.l.) präsentierten Infokampagne und Medizinischer Beirat gegen Coronavirus.
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Wien – Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) haben am Freitag eine Informationskampagne präsentiert, um die Bevölkerung über das Coronavirus aufzuklären. Vorgestellt wurde auch eine Task Force, die im Gesundheitsministerium einen medizinischen Beirat rund um SARS-CoV-2 bildet. "Wir ziehen die Kompetenzen in Österreich zusammen", betonte Anschober.

📽 Video | Präsentation der Info-Kampagne

"Die aktuelle Entwicklung des Virus in Europa ist dynamisch", sagte Nehammer. Bei der Informationskampagne geht es darum, "die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen". Auch sollen offene Fragen beantwortet werden. Mit Symptomen, die potenziell auf eine Infektion hindeuten, soll man für medizinische Auskünfte die Telefonnummer 1450 wählen, mit Fragen und Sorgen allgemein die Hotline unter 0800 555 621. Der Innenminister verwies zugleich auf Kooperationen mit den österreichischen Medien, "um möglichst breit zu informieren", sowie die enge Abstimmung mit Nachbarstaaten. Der Zweck aller Maßnahmen sei: "Das Virus so gut als möglich einzudämmen."

"Herausforderung für die nächsten Monate groß"

Dass mittlerweile international rund 36.300 Menschen als vom Coronavirus geheilt gelten, sei eine der erfreulichen Nachrichten, sagte Anschober. Auch die Entwicklung in China lasse den Schluss zu, dass die dort gesetzten strengen Maßnahmen durchaus erfolgreich seien. Doch der anhaltend starke Anstieg der Fälle in Italien sowie die Lage in Deutschland seien "durchaus besorgniserregend". "Die Herausforderung für die nächsten Monate ist groß, auch in Österreich werden die Zahlen zunehmen", betonte der Gesundheitsminister. Mit einer Strategie der Eingrenzung versuche man, die Ausbreitung zu minimieren und vor allem "Zeit zu gewinnen".

Infotafel zur Infokampagne zum Coronavirus.
© APA/Punz

Verdachtsfälle werden zu Hause von Testteams besucht

Rund 1000 Coronavirus-Tests können jeden Tag in Österreich durchgeführt werden. Die Gesamtzahl der Außentests – also dass medizinisches Personal zu Betroffenen nach Hause kommt und dort Abstriche vornimmt – soll ausgeweitet werden. Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, ist externer Sonderberater der Task Force im Gesundheitsministerium. "Aufsuchende Testteams ermöglichen es, dass Verdachtsfälle zu Hause bleiben können", betonte er. Mitglied des Beirats ist auch der Rektor der MedUni Wien, Markus Müller, sowie acht weitere Experten. Jeder einzelne könne mithelfen und sich an relativ einfache Maßnahmen wie etwa Händewaschen halten, sagte Foitik.

Anschober kündigte für den Nachmittag zwei Erlässe und drei Verordnungen an, damit zentrale Vorgaben rechtsverbindlich in allen Bundesländern umgesetzt werden. So soll es einen Erlass mit genauen Ablaufplänen für einen Verdachtsfall geben, "wir wollen keine Widersprüchlichkeiten zwischen Burgenland und Vorarlberg", sagte der Gesundheitsminister. Der zweite Erlass soll sich "um die Frage der Definition der Kontaktpersonen drehen", kündigte Anschober an. "Welche Form von Nähe ist entscheidend dafür, was für Maßnahmen zu treffen sind." Mit diesen Regelungen soll geklärt werden, "dass wir bei möglicherweise späteren Fällen rechtskonform handeln können", betonte der Gesundheitsminister.

Ratschläge für Veranstalter angekündigt

Auch die Frage nach Transportmitteln könne so ein Thema sein, wenn es etwa darum gehe, wie Corona-Erkrankte nach Österreich gekommen sind. Eine Registrierung von Bahn- und Buspassagieren werde es jedenfalls nicht geben, sagte Anschober. "Wir achten selbstverständlich darauf, dass datenschutzrechtliche Grundstandards nicht außer Kraft gesetzt werden", sagte er. Nehammer ergänzte aber, dass die Polizei im Falle eines Erkrankten, der nicht ansprechbar ist, auch die Handydaten auswerten könne, um herauszufinden "wo war der Patient".

Franz Lang, stv. Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, kündigte Ratschläge für die Organisatoren von in den nächsten Tagen und Wochen angesetzten Großveranstaltungen durch den Einsatzstab an. Ein weiterer wichtiger Punkt sei dort im Moment die Ressourcenbeschaffung sowie die Vorplanung für Bereiche wie Lebensmittelversorgung und Transportinfrastruktur. "Das sind die Themen, die wir momentan besprechen", so Lang. (TT.com, APA)

📱 24h-Hotlines zum Coronavirus

  • Medizinische Auskünfte bei Symptomen: 1450
  • Bei allgemeinen Fragen zu Coronavirus: 0800 555 621

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