Drohnensichtungen legen Frankfurter Flughafen vorübergehend lahm

Der Betrieb am größten deutschen Flughafen wird am Montag für mehr als eineinhalb Stunden eingestellt, nachdem ein Pilot eine Drohne gesehen hat. Es war nicht der erste derartige Fall in diesem Jahr.

Nach einer Drohnensichtung kann es am Flughafen Frankfurt zu Verspätungen kommen. (Archivfoto)
© DANIEL ROLAND

Frankfurt/Main – Nach erneuten Drohnensichtungen ist am Montag der Verkehr am Frankfurter Flughafen vorübergehend eingestellt worden. Nach dem ersten Bericht eines Piloten um 11.23 Uhr, er habe im südlichen Teil des Flughafens eine Drohne entdeckt, habe es keine Freigabe für Starts und Landungen mehr gegeben, sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS). Danach gab es weitere Berichte über Drohnensichtungen. Ob es sich jeweils um dasselbe Fluggerät handelte, war zunächst unklar. Gegen 13 Uhr wurde der Betrieb nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport wieder aufgenommen.

Ein Fraport-Sprecher berichtete zunächst von 64 umgeleiteten Flügen sowie 13 Annullierungen. Zu Verzögerungen könne es weiter kommen. Fraport hatte Passagiere gebeten, ausreichend Zeit für die Anreise einzuplanen und sich möglichst früh vor Abflug am Check-in-Schalter einzufinden. Der Betreiber empfahl zudem, den Flugstatus vorab auf den Internetseiten der Fluggesellschaften zu prüfen.

Landes- und Bundespolizei suchten nach der Drohne, auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Die Ermittlungen dauerten auch am Mittag noch an, teilte die Bundespolizei bei Twitter mit.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Frankfurter Flughafen seinen Betrieb wegen Drohnengefahr für eine Stunde einstellen müssen. Mehr als 20 Flugzeuge hätten auf andere Flughäfen umgeleitet werden müssen, hatte Fraport am 8. Februar dazu mitgeteilt.

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Am Montag war auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betroffen. Laschet und ein Großteil seiner Delegation konnten nicht wie geplant gegen Mittag in Frankfurt landen. Sein Flug wurde zunächst nach Köln umgeleitet, wo nachgetankt werden sollte.

Öfter Sichtungen, aber Sperre selten

Immer wieder kommt es an deutschen Flughäfen zu Zwischenfällen mit Drohnen, die Zahl war aber zuletzt gesunken. Die DFS registrierte vergangenes Jahr 125 Behinderungen, 33 weniger als im Jahr zuvor. 110 Zwischenfälle und damit 88 Prozent wurden in der Nähe von Flughäfen bemerkt. Mit 28 Drohnensichtungen war erneut Frankfurt als größter deutscher Flughafen am häufigsten betroffen. Es folgten Berlin-Tegel (15), München (15) und Düsseldorf (12 Fälle).

Als Behinderung wird bereits die Sichtung einer Drohne durch einen Piloten gewertet, der dadurch abgelenkt sein könnte. Zur Sperrung eines Flughafens kommt es hingegen seltener, wenn Drohnen direkt am Flughafengelände gesichtet und von den Lotsen als Gefahr für den laufenden Betrieb eingeschätzt werden. Laut DFS war das im vergangenen Jahr zweimal in Frankfurt sowie je einmal in Stuttgart und Berlin-Tegel der Fall.

In Deutschland sind Drohnenflüge in der Nähe von Start- und Landebereichen von Flughäfen verboten – es muss mindestens ein Abstand von 1,5 Kilometern gehalten werden. (dpa)


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