Medizinische Uni Innsbruck erhält Stiftungsprofessur für Allgemeinmedizin

Die Medizinische Universität Innsbruck hat nun die Zusage zur Finanzierung einer Stiftungsprofessur für Allgemeinmedizin erhalten. Das Land Tirol und die Sozialversicherung werden gemeinsam dafür aufkommen.

(Symbolbild)
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Innsbruck – 160.000 Euro stecken das Land Tirol und die Sozialversicherung in eine neue Professur. Eingebettet sein wird diese im neu geschaffenen Institut für Allgemeinmedizin, wie am Montag bekannt gegeben wurde. 100.000 Euro seien „als Startkapital“ für die Professur vorgesehen, weitere 60.000 Euro für wissenschaftliche Mitarbeiter, sagte Arno Melitopulos, Landesstellenleiter der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Ab dem Wintersemester 2020/21 soll der Lehrstuhl bereits besetzt sein. Das Institut selbst wurde schon vor einem halben Jahr gegründet und sei nun „startklar“, hieß es.

Keine zusätzlichen Studienplätze vorgesehen

Außerdem soll es im Rahmen des Diplomstudiums für Humanmedizin ein sogenanntes „Ergänzungs- und Erweiterungsstudium“ für Allgemeinmedizin im Ausmaß von mindestens 30 ECTS geben. Viele Medizinstudierende hätten bereits vor Beginn des Studiums den Entschluss gefasst, Allgemeinmediziner zu werden. Die Herausforderung sei es, dass sie „während des Studiums nicht das Interesse verlieren“, berichtete Peter Loidl, Vizerektor der Universität. An der Medizinischen Universität Innsbruck seien in diesem Sinne bereits Maßnahmen gesetzt worden: So wurde beispielsweise erstmals an einer österreichischen Universität die Allgemeinmedizin als verpflichtendes Modul im klinisch-praktischen-Jahr in Innsbruck eingeführt. Zusätzliche Studienplätze werde es durch das neue Angebot – das im nächsten Jahr an den Start gehen soll – aber nicht geben, stellte Loidl klar.

Am Montag gaben die Verantwortlichen die Einrichtung der Stiftungsprofessur für Allgemeinmedizin bekannt.
© Land Tirol/Sidon

„In der Bevölkerung gibt es eine hohe Anerkennung für Allgemeinmediziner“, stellte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) fest. Diese Anerkennung wolle man durch diese Maßnahmen auch unter den Studierenden erhöhen, meinte er. Von 321 Kassenstellen für Allgemeinmediziner seien sechs offen. Rund ein Drittel aller Landärztinnen und -ärzte werde in den nächsten zehn Jahren in Pension gehen. Platters Erwartungshaltung sei, dass es in den nächsten fünf Jahren keine unbesetzten Stellen mehr geben wird. Zur Attraktivierung würden auch die Lehrpraxen beitragen, sagte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Im Jänner 2020 gab es in Tirol 37 aktive Lehrpraxen mit 52 Praktikanten, berichtete er.

Hinsichtlich des Tiroler Vorschlags für die Errichtung einer „Medical School“ vom Jahr 2016 – die eine Kooperation der Medizin-Uni Innsbruck und der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) in Hall sein sollte – gab man sich abwartend. Tilg und Platter verwiesen auf das neue Regierungsprogramm auf Bundesebene, in dem „wesentliche Eckpfeiler“ des damaligen Vorhabens – wie etwa das Landarztstipendium – enthalten seien. Durch den Vorschlag einer solchen Einrichtung sei aber „Bewegung in die Sache gekommen“, meinte Platter. „Wir warten ab, wie sich die gesamte Sache entwickelt“, so der Landeshauptmann. (APA)

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