Benko: Stellenabbau bei Karstadt Kaufhof praktisch abgeschlossen

Der Tiroler Immobilieninvestor Rene Benko sieht die Warenhausketten Karstadt und Kaufhof gut aufgestellt. 30.000 Arbeitnehmer in den Kaufhäusern hätten einen stabilen Arbeitgeber, betont er.

Kunden strömen in das Karstadt Warenhaus in den Berliner Gropius Passagen.
© APA/dpa-Zentralbild/Christoph Soeder

Essen/Wien – Der nach der Fusion der deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof eingeleitete Stellenabbau ist nach den Worten ihres Eigentümers René Benko praktisch abgeschlossen. "Die Zeit des Stellenabbaus bei Karstadt ist schon länger vorbei, aber auch bei Kaufhof sind wir de facto durch den gesamten Stellenabbau durch", sagte der Tiroler Immobilienunternehmer am Montagabend in Düsseldorf.

Benko äußerte sich beim Ständehaus-Treff der Rheinischen Post Mediengruppe in Düsseldorf. Knapp 30.000 Beschäftigte in den Kaufhäusern hätten heute einen stabilen Arbeitgeber, sagte der Chef der Signa Holding.

Der Unternehmer bekräftigte, er sei überzeugt, dass auch in Zukunft "eine moderne Form von einem Warenhaus wesentliche Funktionen in der Entwicklung von Innenstädten haben wird". Seine Signa-Gruppe habe dazu einige Ideen. Der Zusammenschluss der Traditionsunternehmen sei dabei ein wichtiger Schritt.

Neues Leben für Warenhausgeschäft

Der Selfmade-Milliardär betonte, er sehe sich "mittlerweile auch als Händler". Die eigentliche Bewährungsprobe steht ihm dabei allerdings noch bevor. Er muss nun beweisen, dass er dem oft totgesagten Warenhausgeschäft tatsächlich neues Leben einhauchen kann.

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Der Stellenabbau bei Karstadt und Kaufhof ist mittlerweile abgeschlossen.
© APA/dpa/Martin Gerten

Es ist eine Mammutaufgabe. Denn seit Jahrzehnten geht es mit den Warenhäusern in Deutschland eigentlich nur noch bergab. Kamen Karstadt, Kaufhof und ihre inzwischen vom Markt verschwundenen Konkurrenten wie Hertie oder Horten im Einzelhandel in den Wirtschaftswunderjahren noch auf einen Marktanteil von bis zu 15 Prozent, so ist er inzwischen auf deutlich weniger als 3 Prozent geschrumpft. Der Online-Handel, Einkaufscenter und veränderte Einkaufsgewohnheiten forderten ihren Tribut. Der Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof gilt deshalb als letzte Chance für das in die Jahre gekommene Geschäftsmodell in Deutschland.

In Österreich ist Benko ebenfalls als Einzelhändler aktiv. Mit seiner Signa Gruppe übernahm er im Juni 2018 in einer Blitzaktion den Möbelhauskette Kika/Leiner von der südafrikanischen Steinhoff-Gruppe. Im Rahmen eines Sanierungskurses wurden vier der 42 Filialen geschlossen, 700 Beschäftigte verloren ihren Job. (APA/dpa)


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